Buch - Michèle Kirner kennt Sri Lanka und sie kennt Michael Kreitmeir. Der Gründer eines Waisenhauses ist in die Mühlen korrupter Machenschaften geraten, fürchtet um Leben und Werk. Kirner versucht zu helfen.

Gute Bekannte: Michèle Kirner (l.) aus Buch hat eine Hilfsaktion für Kreitmeir gestartet.
Korruption, Gewalt und die Verletzung von Menschenrechten seien in Sri Lanka „leider“ an der Tagesordnung, sagt Michael Kreitmeir enttäuscht. Der Gründer des Waisenhauses Little Smile hat vor mehr als zehn Jahren seinen sicheren Job beim Bayerischen Fernsehen aufgegeben, um auf Sri Lanka den Ärmsten zu helfen. „Waisenkinder finden in diesem Land keine wirkliche Hilfe“, erzählt Kreitmeir. Mit Hilfe von privaten Spenden und persönlichem Einsatz hat er unter anderem eine Heimstätte für 100 Waisenkinder, eine Schule und ein Krankenhaus errichten lassen können.
Das weckte die Begehrlichkeiten eines Ministers. Er versuchte im März, von Kreitmeir über 200 000 Euro zu erpressen. Andernfalls werde er ihn ins Gefängnis bringen und seinen Kindern Schaden zufügen, drohte er. Kreitmeir erstattet Anzeige und meldete den Vorfall der deutschen Botschaft. Die Umsetzung der Drohung ließ nicht lange auf sich warten. Vor zehn Tagen wurden Kreitmeir, sein Sohn Manuel, Waisenkinder und Betreuer auf einer Autofahrt ins Krankenhaus von einer so genannten Task Force Truppe, 30 Mann stark, aufgehalten. Seither geht Kreitmeir durch die Hölle. Vorgeblich wurden im Auto 1,8 Gramm Heroin gefunden, weshalb er unter „grauenhaften Zuständen“ im Gefängnis landete (der Merkur berichtete bereits).
Dank der Hilfe eines einflussreichen Bischofs kam Kreitmeir nach neun Tagen zwar auf Kaution frei, doch schon wenige Stunden nach der Freilassung gab es die ersten Morddrohungen gegen ihn und seine Mitarbeiter. Kreitmeir, der Multiple Sklerose in fortgeschrittenem Stadium hat, sorgt sich weniger um sich, als um seine Kinder. „Mir blühen zehn Jahre Gefängnis oder die Ausweisung. In beiden Fällen wird mein Projekt zerschlagen“, erzählt er am Telefon.
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