Hechendorf - Die Gruppe zählt und nicht die Noten: "Gemeinsam von Anfang an" lautet das Motto des Seefelder Spielkreises.

Für die Aufführung von „Anton Biber“ proben die Schüler fleißig im Bürgerstadl. foto: svj
„So, und jetzt noch einmal, dann gehen wir zum Schlusslied!" Eifrig nehmen die Mädchen mit ihren Fideln Platz und warten auf den Einsatz. Musikpädagogin Katharina Braun strahlt und singt, lobt und zeigt inmitten der großen Kinderschar im Nebenraum des Hechendorfer Bürgerstadls Nerven wie Drahtseile. Seit September 2011 proben die kleinen Nachwuchsmusikanten hier im Rahmen des Seefelder Spielkreise e.V. für das Jahresprojekt 2012.
„Gemeinsam von Anfang an“, lautet das Motto des noch jungen Vereins, der seit Beginn des laufenden Schuljahrs im Hechendorfer Bürgerstadl eine Bleibe gefunden hat, „Luxus pur ist das für uns“, sagt Katharina Braun. Vorher trafen sich die insgesamt sieben Spielkreise im privaten Rahmen und im Hechendorfer Pfarrheim. „Das war ein ewiges Hin und Her. Das ist jetzt ein ganz anderes Arbeiten.“
In Vorbereitung auf das Jahreskonzert im März können sich die Gruppen im Bürgerstadl direkt austauschen, Proben zusammenlegen, sich mit der Bühne vertraut machen. Fünf der Spielkreise nehmen an dem Konzert mit dem Titel „Anton Biber“ teil. Das sind 38 Kinder, die von Gabriele von Dehn, Gudrun Becha und Katharina Braun geleitet werden. Dazu kommen Klavierschüler von Brigitte Heigenhuber und Adele Bassermann.
Eltern, die Kinder in ihren Unterricht schicken, buchen immer das Spielkreis-Paket mit, „bei mir ist das Voraussetzung, es gibt keinen Einzelunterricht ohne die Spielkreiserfahrung“. Die Eltern müssten sich vorher darüber klar sein, weshalb sie für ihre Kinder Musikunterricht wünschen. „Will ich einen Einzelkämpfer, der schnell vorankommt? Oder bremse ich für das Ensemblespiel?“ Das sind, findet Katharina Braun, entscheidende Fragen. Denn im alle zwei Wochen stattfindenden Spielkreis kommt man nicht schneller auf dem Instrument voran. Oftmals sind sie hier auch unter ihrem Niveau unterwegs. Aber die Kinder bleiben dabei - und nicht, wie so viele, irgendwann musikalisch auf der Strecke. Mit dem Übertritt in weiterführende Schulen verlassen die Kinder die Spielkreise - und landen oftmals in Orchestern.
Mittlerweile haben die Fidel-Mädchen ihre Instrumente zusammengepackt und sind hoch auf die Bühne des Bürgerstadls gelaufen, gesprungen und gehopst. Katharina Braun nimmt die Gitarre, Gudrun Becha die Geige. Ein fast schon schwermütiges Abschiedslied erklingt. „Sie bestehen darauf“, sagt Katharina Braun. Dann springen die Kinder fröhlich winkend davon. Bis zum nächsten Mal.
hvp
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