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Kreuth - Viktoria Rebensburg (SC Kreuth) im Glück: Zweiter Rang beim Weltcup-Riesenslalom in Cortina d’Ampezzo.

Das Grinsen bekam sie nicht mehr aus dem Gesicht: Zum ersten Mal schaffte Viktoria Rebensburg gestern den Sprung aufs Weltcup-Podest. Foto: dpa
„Ich hab’ schon fast einen Muskelkater vom vielen Grinsen. Ich kann einfach nicht fassen, was ich heute geschafft habe.“ Viktoria Rebensburg musste den Riesenslalom in Cortina d’Ampezzo erst einmal sacken lassen. Sensationell landete die Kreutherin gestern hinter der Finnin Tanja Poutiainen auf dem zweiten Platz und stand zum ersten Mal in ihrer Karriere auf dem Podest – mit einem breiten Grinsen im Gesicht. „Ich hätte nie im Leben gedacht, dass ich nach diesem zweiten Lauf so weit vorne lande. Unglaublich, ich muss das alles erst einmal verarbeiten“, sprudelte es aus Rebensburg heraus.
Im Ziel schlug sie die Hände vors Gesicht und legte sich erst einmal in den Schnee. Die „1“ leuchtete auf der Anzeigetafel auf, da wusste Rebensburg schon, dass sie mindestens Dritte war. Tanja Poutiainen schob sich noch vorbei, aber die Österreicherin Kathrin Zettel schied aus. Platz zwei für Rebensburg – und das knapp drei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele. „Ich hab’ immer an mich geglaubt, ich hab’ gewusst, dass ich vorne mitfahren kann“, sagt Rebensburg. Und auf einmal melden sich auch alle Experten zu Wort, die der 20-Jährigen bei ihren ersten Olympischen Spielen eine Medaille zutrauen. Und Rebensburg selbst? Die verschwendete keine Zeit, ans Feiern oder an künftige Erfolge zu denken. „Am Dienstag geht’s nach St. Moritz, ich konzentriere mich auf die nächsten Rennen.“
Was dieser zweite Platz in Cortina bedeutete, war Rebensburg unmittelbar nach dem Riesenslalom noch nicht ganz klar. Dass es ein historischer Tag für die deutschen Skifahrer war, hatte die Kreutherin aber schon mitbekommen. Felix Neureuther gewann fast zeitgleich den Slalom in Kitzbühel. „Wir sind beide mit der Startnummer 10 ins Rennen gegangen, die hat uns heute irgendwie Glück gebracht“, sagte Rebensburg, die sich nicht alleine über ihren zweiten Platz freute. Als sie das Handy einschaltete, hatte sie 30 SMS bekommen.
Eine davon war von ihrem Heimatverein. „Wir konnten ja nicht in Cortina dabei sein, weil wir bei der Bayerischen Langlauf-Meisterschaft an der Sutten mithelfen mussten“, entschuldigte sich SC-Vorsitzender Sepp Bartl fast. Auch Viktorias Bruder Dominik war als Helfer an der Monialm. Per i-Phone aber seien sie ständig auf dem Laufenden gewesen und hätten den Erfolg auch gleich über den Sprecher Albert Meier an der Sutten verbreitet. „Und dann haben wir ihr im Namen aller eine SMS geschickt“, erzählt Bartl.
Es dürften noch mehr geworden sein. Nachdem das Grinsen ordentlich auf die Gesichtsmuskeln gegangen war, musste Rebensburg dann auch noch einen strapazierfähigen Daumen zum SMS-Schreiben haben. Aber dafür hatte sie ja am Abend Zeit, denn während ihre Clubkollegen und Fans im Tegernseer Bräustüberl auf „ihre Vicky“ anstießen, genoss die Weltcup-Zweite ihren Erfolg daheim – für ein paar Stunden. cf/sw
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