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„Ohne Eltern geht’s nicht“

„Ohne Eltern geht’s nicht“

Otterfing - Groupies haben die C-Jugend-Fußballer noch nicht, dafür aber begeisterte Eltern. Die vom SK Rapid Wien sind erfahrene Fans. Die „99-ers“, wie sie sich nennen (vom Jahrgang ihrer Kinder), begleiten ihre Mannschaft überallhin, sind selbst ein eingeschworenes Team.

„99-ers“ auf Tour: Die Kicker von Rapid Wien erhielten eine Rundum-Betreuung von ihren Eltern um Sonja Höpler (m.) und Claudia Kniezanrek (2.v.r.). Fotos: Andreas Leder

„99-ers“ auf Tour: Die Kicker von Rapid Wien erhielten eine Rundum-Betreuung von ihren Eltern um Sonja Höpler (m.) und Claudia Kniezanrek (2.v.r.). Fotos: Andreas Leder

Wie wichtig dieses Engagement sein kann, zeigte sich beim Challenge-Cup des TSV Otterfing. Der Nachwuchs erhielt von den 20 mitgereisten Eltern eine komplette Rundum-Betreuung im eigens mitgebrachten und aufgebauten Vereinszelt in grün. „Wir schauen einfach, dass die Kinder genügend Obst und Riegel, Getränke zu sich nehmen“, erzählt Sonja Höpler, Mama von Felix. Und vor allem, dass sie nach den Spielen in den Schatten gehen und sich erholen - was am Wochenende besonders wichtig war.

„Ohne die Eltern geht es nicht“, sagt Oliver Oberhammer, Trainer von Rapid Wien. Er kennt die „99-ers“ schon seit der U 11 - „das ist eine reiselustige Truppe“. Allerdings gelten bei Rapid feste Regeln: Einmischen dürfen sich Eltern von außen nur positiv, bei Trainingseinheiten herrscht für Eltern generell ein Verbot. Umso leidenschaftlicher fährt bei Turnieren oft die ganze Familie mit. „Das macht uns Eltern ja auch Spaß, hier in Otterfing zum Beispiel waren wir ja noch nie“, sagt Claudia Kniezanrek, Mama von Keeper Alexander.

Und diese Betreuung zahlte sich aus: Bis ins Finale schaffte es die Mannschaft, unterlag hier der Eintracht aus Frankfurt nur knapp mit 1:2. Dann waren die Eltern als Tröster gefragt. Viel trösten mussten auch die Eltern der JFG Hofoldinger Forst, der Jugendmannschaft des TSV Otterfing und des SV Arget. Sie landeten auf dem letzten Rang nach einer 0:4-Klatsche gegen den 1. FC Nürnberg im Spiel um Platz 15. Doch sie hatte sich - wieder einmal - kämpferische Bestnoten verdient. Schon im Eröffnungsspiel gegen den FC Bayern lieferte sie beim 0:2 eine grandiose Leistung ab, auch wenn die Münchner aufgrund von Verletzungspech arg gebeutelt waren. Auch im Trostrunden-Spiel gegen den TSV 1860 Rosenheim zeigte die JFG einen großen Kampf. Während die beiden Coaches Jürgen Kirchner und Christian Gruber an der Seitenlinie entlangtigerten und lautstark Anweisungen gaben, lieferten sich die Lokalmatadore auf dem Feld eine wahre Abwehrschlacht mit Rosenheim. Weit in die eigene Hälfte gedrängt, warfen sich die Hausherren in die Schüsse, rannten um jeden Ball. Hinten wie vorne rackerte sich vor allem Johann Fuchs die Seele aus dem Leib. Das ging lange gut, doch als Jakob Deichmann einen Freistoß am 16-er hoch ansetzte, hatte JFG-Keeper Aron Späth keine Chance. „Wir sind trotzdem zufrieden“, sagt Trainer Kirchner, „die Mannschaft war ein total zusammengewürfelter Haufen.“ Auch der völlig verschwitzte Fuchs war nicht enttäuscht, nur ein bisschen vielleicht: „Die anderen sind halt zu gut, da können wir nix machen“, sagte er leise.

Genau das war das Entscheidende für Pál Dárdai. Der Ex-Profi coacht die Mannschaft von Hertha BSC, in der auch sein Sohn Pál junior spielt. „Für uns ist das hier eine Riesenerfahrung, weil wir erst seit sechs Wochen auf dem Großfeld spielen.“ Dementsprechend könne man viel üben, auch wenn die vielen Spiele eine Riesenbelastung darstellen. Schließlich wartete auf viele Fußballer gestern schon wieder die Schule. „Ja, wir fahren noch mit dem Zug nach Hause. Um 24 Uhr dürften wir daheim sein“, sagte Birger Hufe, Trainer von Werder Bremen.

Die Verantwortlichen und Helfer des TSV Otterfing um Turnierchef Tristan Bacher durften sich auch bei der 10. Auflage über viel Lob freuen. „Es lief alles perfekt“, konstatierte Bacher. Organisation, Ablauf, Verpflegung und Unterhaltung seien super gewesen. „Und für uns Eltern war der Abend im Festzelt etwas ganz Tolles“, sagt Sonja Höpler. Da konnten auch die „99-ers“ mal abschalten.

Von Sabine Wittmann

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