015.06.10|München|München|
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München - Vor 15 Jahren wurde die Allerheiligenkirche in Schwabing eingeweiht. Seitdem arbeitet der Ikonenmaler Hristofanis Voutsinas an den Wandmalereien. Im Moment verschönert er die Bögen des Dachgewölbes.

© Klaus Haag
Ikonenmaler Hristofanis Voutsinas malt an einer Szene aus dem Lukas-Evangelium.
Hristofanis Voutsinas steht auf einem Gerüst in zirka sechs Metern Höhe. Mit voller Konzentration, einer ruhigen Hand und einem feinen Pinsel malt der 68-Jährige an einer farbenprächtigen Szene aus dem Lukas-Evangelium - „die Auferstehung der Tochter des Jairus“. Dies ist nur eine von acht Bibelszenen, die der Ikonenmaler momentan auf vier Bögen des Dachgewölbes der griechisch-orthodoxen Allerheiligenkirche zaubert.
Als Unterstützung hat er ein Team aus mehreren Malern dabei, das den großflächigen Farbauftrag vorbereitet. Voutsinas erledigt mit seinen Töchtern Helena und Andromachi, denen er seine Leidenschaft für Kirchenmalerei vererbt hat, die Feinarbeiten. Wenn sie damit fertig sind ist die Allerheiligenkirche an der Ungererstraße 131 wieder um einen großen Teil Bemalung reicher. Bereits seit 1995, als die Kirche eingeweiht wurde, reist Voutsinas alle paar Jahre von Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt Griechenlands, nach Deutschland um die Wandbemalung Stück für Stück fertig zu stellen. 1995 begann er mit der Ausmalung der Altarnische - der sogenannten Apsis - und der Kuppel. Nach und nach folgten die gesamte Decke und die Wand hinter der Empore, auf dem das Ereignis Mariä Himmelfahrt zu sehen ist, „das bei uns im Gegensatz zur katholischen Kirche allerdings Maria Entschlafung oder Mariä Aufnahme in den Himmel genannt wird“, erklärt Erzpriester Apostolos Malamoussis.
Diese Tradition ist aber in gewisser Weise auch finanziellen Ursprungs. Nur alle paar Jahre kann die Wandmalerei erweitert werden, immer dann, wenn genug Geld zur Verfügung steht. Da die griechisch-orthodoxe Kirche keine Steuern erhebt, finanziert sie sich fast ausschließlich durch Spenden. Auch der Freistaat Bayern unterstützte die Bemalung immer wieder. Nachdem die Bögen des Dachgewölbes bald fertig sind, fehlen nur noch die Seitenwände, die in den kommenden Jahren folgen.
Erzpriester Malamoussis hat unter den neuen Wandmalereien bereits ein Lieblingsmotiv: Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus. „Ich finde, dass die Schwiegermütter auch einmal gewürdigt werden müssen. Ich hatte nämlich eine sehr nette“, sagt der vierfache Vater und lacht.
Janina Ventker
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