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KVR will in München Ampeln abmontieren

München - Die Landeshauptstadt lichtet ihren Ampel-Wald. Das KVR will alle "Lichtzeichenanlagen" abbauen, auf die der Verkehr verzichten kann. Welche "Rotlichter" zuerst weichen, lesen Sie hier.

© Marcus Schlaf

Zu viele rote Ampeln behindern in München den Verkehr, urteilt das KVR.

Etwa 1100 Ampeln regeln derzeit in München den Verkehr. Manche, an großen Kreuzungen, sind unverzichtbar. Fallen sie aus, gibt es Unfälle, und der Verkehr stockt, bis die Polizei eingreift. Doch andernorts ärgern sich Autofahrer über nächtliche Rotlichter auf ausgestorbenen Straßen oder über Ampeln, die lange Autoschlangen aufhalten, obwohl weit und breit kein Querverkehr zu sehen ist.

Die Stadt reagiert mit moderner Technik: 628 Ampeln passen ihre Schaltintervalle bereits dem Verkehrsaufkommen an, 466 werden nachts abgeschaltet. Und regelmäßig wird auch überprüft, ob eine Ampel am jeweiligen Ort überhaupt sinnvoll ist.

„Anpassung an geänderte Verkehrsverhältnisse“ nennt das Daniela Schlegel vom KVR. Mit der Zeit könne der Verkehrsfluss zu- oder abnehmen, mitunter werde er durch Baumaßnahmen und verkehrslenkende Eingriffe der Behörden in neue Bahnen geleitet.

Unnötige Ampeln sollen weichen

© Marcus SchlafZu viele rote Ampeln behindern in München den Verkehr, urteilt das KVR.

Nun kommt noch eine Gesetzesänderung hinzu: Laut Straßenverkehrsordnung soll es in Tempo-30-Zonen eigentlich keine Ampeln mehr geben. Deshalb will das KVR nun den Ampel-Wald durchforsten. Wo Ampeln nicht notwendig sind, sollen sie weichen oder durch weniger restriktive Mittel wie etwa Zebrastreifen ersetzt werden. In einem Rundschreiben an die Bezirksausschüsse hat das KVR den Plan erläutert. Verkehrs- und Unfallzahlen wolle man der Entscheidung zugrunde legen, heißt es da. Wichtig für die Beurteilung jedes Einzelfalls seien jedoch auch „die Erfahrungen der Bezirksausschüsse“. Die machen mit Freuden mit. Der BA Altstadt-Lehel beispielsweise hat sich vorgenommen, bis zur nächsten Sitzung im März auf Ampel-Recherche zu gehen und alle 51 Ampeln im Stadtbezirk kritisch zu begutachten.

Überprüfung soll ein bis zwei Jahre dauern

Auch die Polizei, so KVR-Sprecher Klaus Kirchmann, sei in die bevorstehenden Entscheidungen eingebunden. Eine Vorgabe, wie viele Ampeln in welchem Zeitraum fallen sollen, gibt es laut Kirchmann nicht. Doch das Ziel sei, entbehrliche Ampeln insbesondere in den Tempo-30-Zonen abzuschaffen. „In ein bis zwei Jahren sollte man schon Resultate sehen“, so Kirchmann.

Er warnt allerdings vor übertriebenen Erwartungen: Die Verkehrssicherheit stehe im Vordergrund. Auf Schulwegen werde man selbst in 30er-Zonen sehr gründlich abwägen, ob man auf eine Ampel verzichten könne.

Das unterstreicht auch Polizei-Sprecher Gottfried Schlicht, der Ampeln grundsätzlich als hilfreich ansieht – nicht nur für Autofahrer, sondern insbesondere auch für Fußgänger. Doch Schlicht räumt ein: „Es gibt sicherlich Ampeln an kleineren Kreuzungen, die man nicht unbedingt braucht.“

ADAC: Der richtige Weg

Auch beim ADAC sieht man die Stadtverwaltung mit ihrer Aktion auf dem richtigen Weg. Die Autofahrer seien durchaus in der Lage, Kreuzungen nach dem rechts-vor-links-Prinzip ohne Ampelhilfe zu meistern.

Viele Anwohner werden sich ebenfalls freuen, erlöst die Ampel-weg-Aktion sie doch von nächtlichen Lichtspielen und dem Motorlärm unnötig wartender Autos. Zudem spart die Stadt Strom und damit Geld, wenn sie Ampeln abbaut oder nachts ausschaltet.

Weniger Ampeln - mehr Unfälle?

Allerdings nur, wenn das mit Augenmaß geschieht. Das KVR zitiert im Internet eine Untersuchung des HUK-Verbandes. Demnach muss die Allgemeinheit für jeden eingesparten Euro Stromkosten 25 Euro aufbringen, um die Folgekosten von Verkehrsunfällen an abgeschalteten Ampeln zu begleichen.

Katharina Fuhrin & Peter T. Schmidt

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