015.10.09|München|München|1
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München - Das Erzbistum München-Freising hat sich von einem für den 24. Oktober in München geplanten Gebetszug von Lebensschützern distanziert. Der Erzdiözese liegen nach Angaben vom Mittwoch Informationen vor, wonach Rechtsextreme planten, die Veranstaltung zu unterwandern.
Dies sei auch schon im vergangenen Jahr passiert. Deshalb sei den Teilnehmern der Veranstaltung die Nutzung kirchlicher Räume nicht gestattet. Die Demonstranten wollten ursprünglich in der Kirche St. Paul eine Messe feiern und den Rosenkranz beten.
Im vergangenen Oktober hatte die Organisation „EuroProLife“ zu einer Anti-Abtreibungs-Demo aufgerufen. Unter die rund 200 Demonstranten mischten sich damals auch etwa 50 teils polizeibekannte Neonazis (wir berichteten). In der Folge kam es zu Tumulten mit Gegendemosntranten.
Domkapitular Josef Obermaier sagte im Vorfeld der diesjährigen Aktion, gläubige Katholiken würden das Anliegen des Schutzes ungeborenen Lebens teilen. „Wir lassen uns aber nicht von Neonazis vor den Karren spannen.“ Unter dem Motto „1000 Kreuze für das Leben“ ist ein Gebetszug von etwa 500 Teilnehmern angemeldet. Linke Gruppen planten eine Gegendemonstration, so die Stadt.
Ein Polizeisprecher sagte auf Anfrage, zu einer geplanten Unterwanderung der Veranstaltung durch Rechtsradikale lägen keine Erkenntnisse vor. Andererseits könne dies aber auch nicht ausgeschlossen werden. Laut Polizei ist auch dieses Jahr kurz vor Beginn des Gebetszugs ein Infostand der „Freien Nationalisten“ in der Innenstadt angemeldet.
Veranstalter des Gebetszugs ist der Verein „EuroProLife“, zu dessen Präsidium auch der Münchner Lebensschützer Wolfgang Hering gehört. Katholische Würdenträger haben die Aktionen in der Vergangenheit verschiedentlich gewürdigt, ohne sich an ihnen selbst zu beteiligen.
kna/wha
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