004.09.09|München|München|
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Artikel: Behörde lenkt ein: Keine Übersetzung für EU-Führerschein mehr nötig
München - Dass er den Amtsschimmel so schnell auf Trab bringen würde, hätte sich FDP-Stadtrat Jörg Hoffmann nicht träumen lassen: Schon am Tag nach seiner Anfrage meldete das Kreisverwaltungsreferat gestern: Wer einen ausländischen EU-Kartenführerschein in einen deutschen umschreiben lassen will, muss ab sofort keine beglaubigte Übersetzung mehr vorlegen.
Hoffmann hatte in seiner Anfrage kritisiert, dass die Münchner Führerscheinstelle diese Übersetzung grundsätzlich verlange, obwohl dies bei den EU-weit einheitlichen Kartenführerscheinen überflüssig und unsinnig sei (wir berichteten).
Das fand wohl auch KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle. „Auf Anordnung der Referatsleitung“, so hieß es in einer gestern veröffentlichten Mitteilung, werde man auf die Vorlage einer Übersetzung verzichten. Allerdings gilt dies nur für die neuen EU-Kartenführerscheine, und auch dann nur, wenn sie nicht mit griechischen oder kyrillischen Schriftzeichen ausgestellt sind. Auch „bei den über 100 anderen Mustern europäischer Führerscheine“ werde man nicht auf eine Übersetzung verzichten können.
Das Referat widerspricht damit dem ADAC. Der hatte auf Anfrage dieser Zeitung erklärt, mit Hilfe einer von der EU-Kommission herausgegebenen „Äquivalenztabelle“ könne die Behörde auch die alten Papier-Dokumente ohne Übersetzung lesen.
Laut KVR müssen EU-Bürger ihre Führerscheine grundsätzlich nicht umschreiben lassen. Die Leistung werde deshalb jährlich „nur bis zu 700-mal nachgefragt“.
Dennoch freut sich Hoffmann über den Erfolg seines Antrags, der den Betroffenen Kosten von rund 35 Euro erspart. „Es wäre schön, wenn es immer so schnell ginge“, sagte er gestern. „Schade nur, dass dazu nicht die Anregung eines vernünftigen Bürgers gereicht hat, sondern dass erst ein Stadtratsantrag gestellt werden musste.“
sc
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