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Beschuldigter will von Vergewaltigung nichts wissen

Beschuldigter will von Vergewaltigung nichts wissen

330.03.09|München|München
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Artikel: Beschuldigter will von Vergewaltigung nichts wissen

München - Der Asylbewerber, der eine Frau fast eine halbe Stunde lang vergewaltigt haben soll, will zur Tatzeit komatös betrunken gewesen sein.

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Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).

Die öffentliche Fahndung nach dem mutmaßlichen Vergewaltiger Amin S. ist erfolgreich gewesen: Bei dem am Sonntagmorgen festgenommenen Mann handelt es sich laut Polizei mittlerweile zweifelsfrei um den Tatverdächtigen. Auch dessen ungesicherte Identität sei inzwischen geklärt. Der Mann soll Abas M. heißen und 23 Jahre alt sein.

An die Tat will sich der Beschuldigte nicht erinnern. Er sei nach eigenen Angaben volltrunken gewesen und habe Erinnerungslücken. Wie berichtet, war der Täter am Sonntag, 22. März, 9 Uhr, einer 45-jährigen Münchnerin in die Damen-Toilette der U-Bahnstation Thalkirchen gefolgt. Dort vergewaltigte er die Frau auf äußerst brutale Weise. Aus den Videoaufzeichnungen in den Bahnhof-Geschossen gehe laut Polizei hervor, dass die 45-Jährige rund 25 Minuten lang in der Gewalt des Sextäters war.

Diese Aufzeichnungen könnten auch die Darstellung des Mannes widerlegen, dass er komatös betrunken gewesen sei. Laut Ignaz Raab, Leiter des Dezernats für Sexualstraftaten, gab der Verhaftete an, in der Tatnacht mit Freunden unterwegs gewesen zu sein. Zwei Bier und eine Flasche Wodka will er getrunken haben. Auf den Videobändern wirkt der Beschuldigte laut Raab jedoch nicht derart kontrolllos. Auch habe weder das Opfer noch eine Augenzeugin am U-Bahnhof einen derartigen Eindruck gehabt.

Anhand der am Tatort sichergestellten Spuren waren die Fahnder auf die Fährte des Asylbewerber gekommen. Seine Fingerabdrücke waren nach einer Verurteilung wegen Körperverletzung in Österreich gespeichert. Im Verhör gab der Mann nun auch seine – vermutlich – wirkliche Identität preis: Demnach heißt er Abas M., ist 23 Jahre alt und stammt aus Kabul. Aus Afghanistan war er vor den Taliban in den Iran geflüchtet. Während seine Familie dort noch leben soll, habe er sich über die Türkei illegal einschleusen lassen. 2006 stellte er in Österreich Asylantrag. Als dieser kurz vor der Ablehnung stand, habe sich Abas M. nach Deutschland aufgemacht. Ende Dezember 2008 stellte er in München mit der erfundenen Identität Amin S. Antrag auf Asyl. In der ihm zugewiesenen Unterkunft war er jedoch nur sporadisch.

Sonntagfrüh nahm eine Streife Abas M. gegen 3.30 Uhr bei einer Routinekontrolle im Alten Botanischen Garten fest. Er habe nach eigener Aussage von der Fahndung nach ihm nichts gewusst. Laut Oberstaatsanwalt Michael Müller drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

Sven Rieber

Rubriklistenbild: © Polizei

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