Superbanner

Beth Shalom erhebt Vorwürfe gegen die Stadt

Beth Shalom erhebt Vorwürfe gegen die Stadt

München - Die Liberale Jüdische Gemeinde hat der Stadt vorgeworfen, „jüdische Mitbürger in ihrer Religionsausübung“ einzuschränken, weil sie im Lehel keinen Gottesdienst feiern darf.

Im Oktober besuchte Star-Architekt Daniel Libeskind das Areal Am Gries, jetzt gibt es Ärger um einen Gottesdienst, den Beth Shalom dort plante. Klaus Haag

Im Oktober besuchte Star-Architekt Daniel Libeskind das Areal Am Gries, jetzt gibt es Ärger um einen Gottesdienst, den Beth Shalom dort plante. Klaus Haag

Es war eine kleine Sensation, als im Oktober Star-Architekt Daniel Libeskind aus New York nach München kam, um das brachliegende städtische Areal Am Gries im Lehel zu besichtigen. Dort will die Liberale Jüdische Gemeinde ein Gotteshaus für 300 Menschen, einen Kindergarten, eine Krippe und einen Jugendtreff errichten. Libeskind soll die Synagoge planen. Die Stadt sagte zu, zu prüfen, unter welchen Bedingungen Beth Shalom das Grundstück kaufen könne.

Wenige Wochen später gibt es nun Knatsch. Am 30. Januar 2010 wollte Beth Shalom einen Gottesdienst und ein Bürgerfest auf eben jenem Grundstück abhalten – „als Angebot an die Anwohner und Einwohner Münchens, unser offenes und aufgeschlossenes Judentum kennenzulernen“, wie der Beth-Shalom-Vorsitzende Thomas Dahmen erklärte. Mit ihrem Antrag blitzte die Gemeinde bei der Stadt aber ab.

Der Stadtrat habe noch nicht über die Nutzung des Areals entschieden, heißt es in der Stellungnahme aus dem Hause von Kommunalreferentin Gabriele Friderich. Der Stadt liege noch nicht einmal ein Kaufantrag für das Grundstück vor. Zudem sehe das Planungsreferat Schwierigkeiten, weil die beabsichtigte Nutzung nicht mit dem Bebauungsplan vereinbar sei. Deshalb habe die Stadtverwaltung es abgelehnt, „durch einen Vorgriff auf die beabsichtigte Nutzung den Eindruck zu erwecken, diese Nutzung sei beschlossene Sache“.

Für Beth Shalom ein unverständlicher Schritt, der den Projektleiter der geplanten Synagoge, Terry Swartzberg, gar zu der Aussage brachte: „Es stimmt bedenklich, wenn eine deutsche Behörde jüdische Mitbürger in ihrer Religionsausübung einschränkt.“

Dieser Vorwurf sei „unzutreffend und abwegig“, erklärte das Kommunalreferat. Beth Shalom könne „selbstverständlich in eigenen oder gemieteten Räumen oder auf öffentlichen Plätzen seine Religion ausüben“. Die Stadtverwaltung bot der Gemeinde zudem an, bei der Suche nach einem geeigneten Ort für den Gottesdienst behilflich zu sein.

Den scheinen die liberalen Juden jedoch schon gefunden zu haben: Gottesdienst und Bürgerfest würden stattfinden – auf einem öffentlichen Platz in der Nähe der geplanten Synagoge, teilte Swartzberg mit.

Zumindest die Sorge von Linke-Stadträtin Dagmar Henn dürfte somit unbegründet sein. Sie erklärte in einem Antrag, dass eine moderne Verwaltung sich „durch Bürgerbeteiligung in Planungs- und Bauverfahren auszeichne“. Von OB Christian Ude (SPD) wollte sie wissen, wie sich mögliche Bauherren den Bürgern vorstellen sollen, „wenn Veranstaltungen wie ein Bürgerfest nicht genehmigt werden“.

Auch ohne die aktuelle atmosphärische Verstimmung sind die Hürden auf dem Weg zu der zweiten Synagoge in München hoch. Die kleine liberale Gemeinde müsste allein für die Baukosten 11 bis 13 Millionen Euro aufbringen. Beth Shalom will das Vorhaben mit Spenden und öffentlichen Zuschüssen finanzieren.

Caroline Wörmann

zurück zur Übersicht: Stadt München

Kommentare

Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.

Karte München StadtMünchen NordMünchen OstMünchen WestMünchen ZentrumMünchen Südzurück zur Region

Wetter für München und Bayern

Berichte im Fokus

  • Meistgelesene Artikel
  • Meistkommentierte
  • Themen

143 Festnahmen rund ums CL-Finale

München - Das Champions-League-Finale bescherte auch der Münchner Polizei einen ereignisreichen Abend. Insgesamt 143 Menschen wurden festgenommen.Mehr...

Münchner Bergführer stirbt am Everest

Mount Everest  - Er hatte sich den Spitznamen „Geheimnis-Kletterer“ erstiegen, doch jetzt ist der Münchner Ralf A. (41) tödlich auf dem Mount Everest verunglückt.Mehr...

Wer für Feuerwehreinsätze zahlen muss

München - Egal, ob es brennt, nach einem Unfall Öl ausläuft oder Nachbars Katze sich im Baum festsitzt: Die Münchner Berufsfeuerwehr hilft. Doch nicht immer hilft sie kostenlos. Wofür muss der Bürger zahlen?Mehr...

Flucht aus dem Schlachthof: Polizist erschießt Stier

München - Ein ausgewachsener Stier ist am Mittwoch aus einem Münchner Schlachthof abgehauen. Das Tier rannte wild und unkontrolliert über das Gelände.Mehr...

Fan-Ansturm: Nachtflugverbot fällt

München - Zehntausende Fußball-Fans werden zum Champions-League-Finale erwartet. Darunter bis zu 25.000 Engländer. Die Polizei bereitet sich intensiv vor, der Flughafen kann den Ansturm nicht alleine bewältigen. Viele Fans werden darum über andere Wege anreisen. Zur Abreise wird das Nachtflugverbot aufgehoben.Mehr...

Kampfansage des FC Bayern: Ganze Stadt in Rot-Weiß

München - Vor dem „Finale dahoam“ startet der FC Bayern eine Kampagne, an der sich möglichst alle Münchner beteiligen sollen. Der Traum: Eine ganze Stadt in Rot-Weiß.Mehr...

EHC München

Alle Infos, Nachrichten und Spielberichte zum EHC München auf merkur-online.de.

EHC München kooperiert mit dem EC Peiting

EHC München kooperiert mit dem EC Peiting

München/Peiting - Die Eishockey-Clubs EHC München und EC Peiting haben sich für die kommende Saison auf eine Kooperation geeinigt. Ex-Nationaltorwart Peppi Heiß soll die Verbindungsfigur zwischen den beiden Klubs sein.Mehr...

Nachrichten aus dem Landkreis

Bequemlichkeit hat ihren Preis

München - Ob Wasser im Keller oder Schmutz auf der Fahrbahn - die Feuerwehr wird’s schon richten. Doch was viele vor der Wahl des Notrufs nicht wissen: Diese Hilfe ist nicht immer umsonst.Mehr...

Der Charme der Eintönigkeit

Der Charme der Eintönigkeit

Haar - Bürger beurteilen den Siegerentwurf für den Jugendstilpark wenig euphorischMehr...

Nachrichten vom Flughafen München

Flughafen/Startbahn: Abstimmung

Braucht der Flughafen eine 3. Startbahn? Stimmen Sie mit ab!

München - In knapp vier Wochen stimmt München ab: Braucht der Flughafen eine dritte Startbahn? Bürger aus der Region dürfen am 17. Juni nicht mit abstimmen. Wir geben Ihnen Gelegenheit, Ihre Meinung bei unserem großen Online-Voting kundzutun!Mehr...

Aktuelle Videos

Videos werden geladen...0:00
Bild mit Ladehinweis

Weitere Informationen für dieses und andere Videos werden geladen...

Abspielen

Alle Videos

-cQsQSjKe1q6Y14uLo3ivuElQ2zsPqi5W8XyhmnDpmk.http://www.merkur-online.de/media/video/37063960011755456930

Artikel lizenziert durch © merkur-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.merkur-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper