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Bogner will mehr Geld für Olympia-Bewerbung - Verwirrung um Rücktrittsdrohung

„Mehr Geld für Olympia“ - Bogner verwirrt mit Rücktrittsdrohung

113.07.10|München|München|8
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Artikel: „Mehr Geld für Olympia“ - Bogner verwirrt mit Rücktrittsdrohung

München - Die Bewerbung Münchens um Olympia 2018 steht offenbar auf der Kippe. Zu den Schwierigkeiten mit Grundbesitzern und Naturschützern in Garmisch-Partenkirchen kommen nun auch finanzielle Probleme. Bewerbungschef Willy Bogner hat in einem Brief an die Gesellschafter ultimativ mehr Geld gefordert.

© dpa

Bogner verwirrt mit Rücktrittsdrohung

Bisher waren 30 Millionen Euro für die Bewerbung um die Winterspiele veranschlagt. Ursprünglich sollte die Summe ausschließlich über private Sponsoren gedeckt werden. Laut dem Schreiben Bogners sind aber erst 22 Millionen eingeworben. Die erforderliche Summe aber ist deutlich gestiegen. Die beziffert Bogner nun auf 36,79 Millionen Euro.

Vor einer Gesellschafterversammlung am Donnerstag forderte der 68-jährige Modeunternehmer nun ein höheres Budget und die Lösung der Finanzprobleme durch die öffentliche Hand. „Die Lösung der beiden Problemfelder ist für mich und mein weiteres Engagement als Geschäftsführer entscheidend", heißt es in dem Brief Bogners. Zugleich verglich Bogner die Münchner Kandidatur mit der von Leipzig, bei der sich Wirtschaft und Politik die Kosten geteilt hätten. Man habe die 50-Prozent-Marke erreicht, jetzt müssten „dringend wichtige Weichen gestellt werden".

Bei den Gesellschaftern wurde Bogners harsches Schreiben mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Es sei schon „befremdlich", dass nun nach Staatsgeldern gerufen werde, statt weiter private Mittel zu aktivieren, heißt es in CSU-Kreisen. Auch Berchtesgadens Landrat Georg Grabner (CSU), einer der Gesellschafter, glaubt, man könne durchaus noch Firmen für die Bewerbung begeistern. Er äußerte aber Verständnis für Bogners Vorgehen. „Der ist mit Leib und Seele dabei, der will gewinnen." Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) soll sich indes verärgert darüber geäußert haben, dass Bogner seine Forderungen nach mehr Geld mit seiner Zukunft als Chef der Bewerbung verbunden habe.

Nach Bekanntwerden des Briefes ruderte Bogner zurück. „Ich habe nicht mit meinem Rücktritt gedroht und werde dies auch in Zukunft nicht tun", ließ Bogner über seine Gesellschaft erklären. Der Modedesigner und Filmemacher war im November 2009 als Bewerbungschef engagiert worden - um der Bewerbung ein bekanntes Gesicht zu geben, das sich beim Einsammeln privater Sponsorengelder leichter tut. Allerdings soll keiner der jüngst verpflichteten Geldgeber von Bogner an Land gezogen worden sein.

Die Frage ist auch, wofür die zusätzlichen Millionen nun erforderlich sind. Nach Informationen unserer Zeitung sollen gerade Bogners Vorstellungen zu Filmproduktionen und Beratern die Kosten deutlich nach oben getrieben haben. Jürgen Bühl, Prokurist der Bewerbungsgesellschaft, erklärte indes , er glaube nicht, dass das neue Budget deutlich über den veranschlagten 30 Millionen Euro liegen werde.

Kopfschütteln herrschte bei den Grünen. „Das ist ein deutliches Zeichen dafür, in welchem Zustand die Bewerbungsgesellschaft ist", spottete der Landtagsabgeordnete Ludwig Hartmann. Er verwies darauf, dass sich der Steuerzahler schon an der Finanzierung der Bewerbung beteiligt habe. Allein der Freistaat bezahlte 500 000 Euro, München eine Million. Bayerns Grünen-Chef Dieter Janecek forderte den Ausstieg aus der Bewerbung: „Es wird Zeit, dass das Pleiten- und Pannen-Projekt Olympia 2018 ein Ende findet."

Matthias Kristlbauer, Christian Deutschländer

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