003.04.09|München|München|
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München - Die Brauer bekommen 5,4 Prozent mehr Lohn. Bezahlen müssen die Erhöhung womöglich die Konsumenten. Die Brauereien schließen höhere Bierpreise jedenfalls nicht aus.

Kostbares Gut: Das bayerische Bier wird womöglich teurer. Foto: ddp
Es müsse abgewartet werden, wie sich die Brauereien auf die vereinbarten Lohnsteigerungen einstellen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes, Lothar Ebbertz, gestern in München. „Das kann nur durch Einsparungen oder durch Preiserhöhungen geschehen.“
Nach vierzehnstündigen Verhandlungen hatten sich Arbeitgeber und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am späten Mittwochabend in der Schlichtung auf einen neuen Tarifvertrag für die rund 10 000 Beschäftigten der Branche geeinigt.
Demnach sollen die Bierbrauer rückwirkend zum 1. April drei Prozent mehr Geld erhalten. Ein Jahr später sollen die Einkommen erneut um 2,4 Prozent steigen, zudem ist 2010 eine Einmalzahlung von 150 Euro vorgesehen. Der Tarifvertrag gilt 26 Monate.
Bei den Münchner Brauereien gab man sich gestern auf die Frage nach den Bierpreisen zurückhaltend: „Ich kann dazu momentan wirklich noch nichts Genaues sagen“, erklärte Stefan Hempl, Pressesprecher bei Hofbräu. Sein Kollege Henrik Oliver von Oehsen, Sprecher des Brauunternehmens „InBev“, das unter anderem die Marken Franziskaner, Löwenbräu und Spaten vertritt, wagte eine vorsichtige Prognose: „Bei uns kommt es voraussichtlich nicht zu einer Bierpreiserhöhung.“
Die Einigung sei den Arbeitgebern auch angesichts eines zweistelligen Absatzrückgangs in den ersten drei Monaten „keineswegs leicht gefallen“, sagte Brauer-Chef Ebbertz. „Das tut weh“. Den tariflichen Vorgaben in anderen Branchen wie etwa dem öffentlichen Dienst habe man sich aber nicht entziehen können.
Dem Tarifabschluss, der unter Vermittlung von Schlichter Harald Wanhöfer gelang, waren drei ergebnislose Verhandlungsrunden und Warnstreiks in zahlreichen Brauereien vorangegangen. Die Gewerkschaft hatte mit einem unbefristeten Streik gedroht. Dann hätte nach Einschätzung der NGG das Bier in Bayern knapp werden können.
pvb/mm
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