München - Dominik Brunner, der starb als er bedrohten Jugendlichen half, soll an seinem Herzleiden gestorben sein, nicht an den Schlägen. Die Staatsanwaltschaft sieht dennoch Schuld bei Angeklagten.

Dominik Brunner, der nach einer Prügelattacke am S-Bahnhof Solln starb, hatte ein Herzleiden.
Die Staatsanwaltschaft München sieht trotz der Berichte über einen Herztod des Managers Dominik Brunner klar die Schuld bei den Angeklagten. “Herr Brunner ist infolge der Schläge und Tritte daran gestorben, dass das Herz stehengeblieben ist“, sagte Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger am Samstag der Nachrichtenagentur dpa in München. Damit sei die Kausalität klar gegeben. Brunner würde nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ohne die massiven Schläge und Tritte noch leben.
Der Fall hatte bundesweit Aufsehen und Anteilnahme erregt, weil der 50-jährige Brunner vier minderjährige Schüler vor den Drohungen zweier angetrunkener jungen Männer hatte schützen wollen und das nicht überlebte. Brunner war post mortem als Held ausgezeichnet und in seinem Namen war eine Stiftung gegründet worden. Unstrittig ist nach den bisherigen Zeugenaussagen im Prozess, dass Brunner sich auf dem Bahnsteig vor die drangsalierten Kinder gestellt hatte und dann in Erwartung einer Auseinandersetzung mit Sebastian L. und Markus S. auf diese zuging und zuerst zuschlug.
Die beiden jungen Männer waren daraufhin von zwei Seiten auf Brunner losgegangen und hatten ihm Schläge und Tritte verpasst. Laut “Spiegel“ erlitt der Manager dabei aber weder einen Schädelbruch noch andere Knochenbrüche, die zum Tode hätten führen können. “Den Umstand, dass Brunner unter einem vergrößerten Herzen litt, verschwieg die Staatsanwaltschaft aber bislang der Öffentlichkeit“, heißt es in dem Bericht weiter. In der Anklageschrift heißt es zur Todesursache, Brunner sei “an den Folgen des Angriffs der Angeschuldigten“ gestorben.
dpa
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