München - Der Verein gegen betrügerisches Einschenken hat ein Bürgerbegehren angekündigt. Er will die Historische Wiesn erhalten, zusätzliche Zelte und eine Preisgrenze fürs Bier.

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Gabriele Weishäupl: Die Wiesn-Chefin lässt das Begehren juristisch prüfen.
Bisher hat der Verein gegen betrügerisches Einschenken (VGBE) nur mit seinen Zählungen schlecht eingeschenkter Massen auf sich aufmerksam gemacht. Doch nun kündigt der Verein ein Bürgerbegehren zur Wiesn an. Die Historische Wiesn soll erhalten bleiben, allerdings mit vier zusätzlichen Zelten, die bis zu 5000 Besuchern Platz bieten sollen. Auch soll das Bier nicht mehr als sieben Euro kosten dürfen, die Toleranzgrenze beim Einschenken soll wegfallen und das Reservieren von Plätzen im Mittelschiff generell verboten werden.
Damit versucht der VGBE die Popularität der Historischen Wiesn auf dem Südteil der Theresienwiese für sich zu nutzen. Eine unabhängige Bürgerinitiative hatte bereits während der Wiesn knapp 18 000 Unterschriften für eine Wiederholung des Jubiläumsfestes gesammelt und Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) übergeben. Für ein erfolgreiches Bürgerbegehren, das dann zu einem Bürgerentscheid führen würde, bräuchte der VGBE rund 40 000 Unterschriften von Münchner Bürgern.
Auch aus dem Wirtschaftsreferat von Dieter Reiter (SPD) verlautete, eine Bierpreisbindung sei in einer Marktwirtschaft nicht vorstellbar. Darüber hinaus müsse man prüfen, ob ein Bürgerbegehren zur Wiesn überhaupt zulässig sei.
Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid (SPD) wird noch deutlicher. „Das ist völliger Schmarrn“, sagte er. „Das ist populistisch, nicht realistisch.“ Überhaupt seien die Forderungen wenig durchdacht. Einem Bürgerbegehren sehe er „sehr gelassen“ entgegen. Die Historische Wiesn sei nur durch viel ehrenamtliches Engagement möglich gewesen. „Ob jemand freiwillig arbeitet, kann man weder mit einem Stadtratsbeschluss, noch mit einem Bürgerbegehren festlegen.“
Von Philipp Vetter
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