München - Der Streit um den zweiten S-Bahn-Tunnel geht in die entscheidende Phase. Wenige Wochen vor einer Weichenstellung im Landtag erhebt der Bund Naturschutz schwere Vorwürfe: Mit dem Milliardenprojekt verschlechtere sich die Anbindung vieler Umland-Stationen.

© dpa
Alle zwei Minuten fährt ein Zug auf der Stammstrecke der Münchner S-Bahn von Pasing über den Hauptbahnhof bis zum Ostbahnhof.
Eigentlich sollte mit dem Bau eines zweiten S-Bahn-Tunnels alles besser werden im Münchner Nahverkehr. Die 40 Meter tiefe Röhre zwischen Haupt- und Ostbahnhof sollte vor allem das Nadelöhr des ersten Tunnels beseitigen und Kapazitäten für den Zehn-Minuten-Takt der S-Bahn schaffen.
Nun aber protestiert der Bund Naturschutz (BN). „Damit leisten wir dem öffentlichen Nahverkehr einen Bärendienst“, schimpft Martin Hänsel, stellvertretender Geschäftsführer des BN München. Mit dem Tunnel würden 35 Stationen ihre Direktverbindungen zu wichtigen Halten in der Innenstadt verlieren, etwa zum Rosenheimer Platz, zum Isartor oder zum Stachus. S-Bahnen aus Erding, Freising und Tutzing würden komplett durch den neuen Tunnel fahren. Fahrgäste aus diesen Richtungen seien damit zum Umsteigen gezwungen. Denn in der neuen Röhre sind nur Stationen am Hauptbahnhof, am Marienhof und am Ostbahnhof vorgesehen.
Gewiss werden die Argumente des BN bei einer Anhörung des Landtags am 25. Februar wieder auftauchen. Dann sollen die Parlamentarier nochmals über ein Verkehrskonzept für den Großraum München beraten. Auch die Anbindung des Flughafens über einen Nordtunnel wird dann eine Rolle spielen.
Matthias Kristlbauer
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