018.11.08|München|München|1
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München - Die Caritas München-Freising ist nach eigenen Angaben nicht über die Vergangenheit des nach einem Sex-Skandal entlassenen Priesters informiert worden.
“Das ist jetzt eine schwierige Situation, mit der man umgehen muss“, sagte eine Sprecherin des Caritasverbandes am Dienstag in München. Der ehemalige Vize-Chef des österreichischen Priesterseminars St. Pölten, Wolfgang Rothe, ist seit dem 1. November Seelsorger in einem Caritas-Altenheim in München-Perlach. Der Verband wolle das Gespräch mit dem Ordinariat suchen, das den Priester - befristet auf ein Jahr - zum Seelsorger in München berufen hatte. “Wir müssen abwarten“, sagte die Sprecherin.
Nach Ansicht des Erzbistums München hat Rothe eine zweite Chance verdient. In einer Stellungnahme verteidigte das Bistum die Entscheidung, den Geistlichen wieder in der Seelsorge einzusetzen. “Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe wurden staatlicherseits und kirchlicherseits eingehend geprüft. Sie waren nach bürgerlichem Recht strafrechtlich nicht relevant“, teilte das Erzbistum mit.
Der St. Pöltener Diözesanbischof Klaus Küng hatte sich im Juli mit der Bitte an das Erzbistum München gewandt, Rothe dort als Priester einzusetzen. Bereits im April dieses Jahres hatte er in einer Stellungnahme auf den Internetseiten des Bistums erklärt, dass Rothe Priester der Diözese St. Pölten bleiben und “nach einiger Zeit der Besinnung in einer anderen Diözese eine für ihn geeignete Tätigkeit erhalten“ werde. Im Bereich der Priesterausbildung soll Rothe aber nie wieder tätig werden dürfen.
Im Jahr 2004 hatte die Polizei bei der Untersuchung von Computern des Priesterseminars St. Pölten tausende Pornofotos entdeckt - darunter zahlreiche Kinderaufnahmen und Bilder, die Priesterschüler und Lehrer beim Sex zeigen. Der damalige Leiter der Schule wurde in den Ruhestand versetzt
dpa
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