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Circus Krone wehrt sich gegen militante Tierschützer

Circus Krone wehrt sich gegen militante Tierschützer

München - "Wir fühlen uns verfolgt", sagt Frank Kellermann vom Circus Krone. Der Münchner Traditionsbetrieb wehrt sich gegen Tierrechtler wie "Peta" - und kritisiert "Kreuzzüge" gegen Zirkusse.

Der Circus Krone wehrt sich. Der Münchner Traditionsbetrieb ist es leid, ständig von Tierrechtsorganisationen wegen seiner Tierhaltung angefeindet zu werden. Vor allem die Aktivisten von „Peta“ hatten den Zirkus zuletzt attackiert und ihm Tierquälerei vorgeworfen. Nun geht Krone zum Gegenangriff über - und zwar massiv. „Wir fühlen uns verfolgt“, beklagt der Zirkus in einer Pressemitteilung. Er wirft Tierrechtlern „Kreuzzüge“ und „kriminelle Aktionen“ gegen Zirkusse vor - und warnt vor „den Phrasen dieser Rattenfänger“. Wir sprachen mit Krone-Sprecher Frank Keller über den Kampf mit den Aktivisten.

Lange hat sich Krone in der Debatte um seine Tierhaltung sehr zurückgehalten. Weshalb gehen Sie nun in die Offensive?

Uns geht es darum, die Bevölkerung aufzuklären. Es gibt einen Unterschied zwischen Tierschützern und Tierrechtlern. Tierschützer setzen sich für das Wohl der Tiere in menschlicher Obhut ein - das wollen wir auch. Tierrechtsorganisationen, wie „Peta“, lehnen es aber generell ab, dass Menschen Tiere halten. Leuten, die für diese Organisationenspenden, ist das oft gar nicht bewusst.

“Peta“ setzt sich für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus ein...

Da stellt sich die Frage, wie man den Begriff „Wildtier“ definiert: Der Circus Krone geht ja nicht nach Afrika und fängt dort mit dem Lasso die Löwen ein! Unsere Löwen leben in der 16. Generation beim Menschen - sie würden zugrunde gehen, wenn man sie auswildern würde. Generell kommen unsere Tiere aus eigener Nachzucht, Safariparks oder Zoos.

Sie werfen Tierrechtlern unlautere Aktionen gegen die Zirkusse vor?

Wir werden tatsächlich von ihnen verfolgt. In vielen Städten, in die wir auf Tournee kommen, sind sie schon da. Manchmal werden unsere Plakate überklebt mit Schriftzügen wie „Abgesagt wegen Tierquälerei“. Manchmal gibt es Demonstrationen vor dem Zirkuszelt mit Transparenten und Megafonen. Oder sie zeigen uns beim Veterinäramt an, und die Behörde muss dem natürlich nachgehen. Die Ermittlungen werden dann wieder eingestellt, weil nichts zu beanstanden ist. Das ist reine Schikane. In anderen Zirkussen haben Aktivisten sogar schon Gehege gewaltsam geöffnet. Dadurch wurden die Tiere in Lebensgefahr gebracht!

Von welchen Organisationen gehen die illegalen Aktionen aus?

Das wissen wir nicht. Die Täter erwischt man meist nicht.

Warum haben die Tierrechtler gerade den Circus Krone so stark im Visier?

Weil wir natürlich Marktführer sind und sie so die meiste Aufmerksamkeit erhalten. Wenn es denen wirklich um die Tiere ginge, würden sie an Orte gehen, an denen Tiere tatsächlich gequält werden. Aber wir sind wahrscheinlich der meistkontrollierte Betrieb in Deutschland. An jedem Tourneeort überprüfen uns die zuständigen Behörden. Es gibt klare Leitlinien für die Tierhaltung, und an die halten wir uns. Wir tun viel für unsere Tiere: Krone hat sogar ein Heim für alte Tiere - ein Gestüt am Starnberger See, in dem Zirkuspferde im Ruhestand gepflegt werden.

Es gab allerdings auch Beanstandungen der Behörden auf der Krone-Tournee 2008 und auch im Münchner Stammhaus. Hat der Circus seither seine Tierhaltung optimiert?

Allerdings. Wir haben zum Beispiel die Fixierzeiten der Elefanten deutlich reduziert. Sie werden jetzt nur noch dann angebunden, wenn sie fressen - wegen des Futterneids - und wenn sie gewaschen werden. Und wir verwenden Gurte, keine Ketten mehr. Auch die Boxen der Pferde auf Tournee sind vergrößert worden.

Tierrechtler kritisieren oft, Tierdarbietungen seien nicht mehr zeitgemäß...

Das stimmt nicht. Es gibt eine Studie der GfK im Auftrag der Gesellschaft der Circusfreunde. Gefragt wurde, was sich die Leute wünschen, wenn sie in einen traditionellen Zirkus gehen. 85,5 Prozent der Befragten über 14 sagten: Sie wollen Tiere sehen!

Interview: Johannes Patzig

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