München - An diesem Donnerstag wollen die Studenten wieder auf die Straße gehen - und gegen die Studiengebühren demonstrieren. Friedrich Siemers, Geschäftsführer der LMU-Studierendenvertretung, erklärt im Interview, warum die Studenten hoffen, dass die Uni-Maut doch noch fallen könnte - und schließt neue Hörsaalbesetzungen nicht aus.

Friedrich Siemers hofft, die Studenten auf die Straße zu bekommen.
-Acht Semester Studiengebühren machen eine ganze Studentengeneration, die die Uni ohne Gebühren gar nicht mehr kennt. Wie kriegt man die Leute trotzdem auf die Straße?
Man kann sich nicht an eine Ungerechtigkeit gewöhnen. Das werden die Studierenden zeigen. Es macht einfach keinen Unterschied, wie lange es die Gebühren gibt - sie bleiben ungerecht. 2009 waren tausende auf der Straße - und da gab es die Gebühren auch schon mehrere Semester.
-Damals wurde der größte Hörsaal der LMU sechs Wochen lang besetzt gehalten. Ist auch jetzt wieder mit solchen Aktionen zu rechnen?
-Stichwort Baden-Württemberg. Dort wird die grün-rote Regierung wohl die Studiengebühren abschaffen. Welche Rolle spielt das für die Studiengebührengegner in Bayern?
Das ist extrem wichtig. In Baden-Württemberg wird sich alles ändern. Die Symbolkraft, dass dieses erzkonservative Land gekippt ist, ist sehr groß. Herr Heubisch (Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch, d. Red.) hat sich ja auch schon so geäußert, dass er hofft, dass die Studiengebühren erhalten bleiben können. Das ist natürlich cool - die sind sich auch nicht mehr sicher. Die Bewegung gegen Studiengebühren riecht, dass sich jetzt etwas ändern kann.
-Aber ernsthaft glauben Sie doch nicht daran, dass die CSU die Gebühren abschaffen wird?
Interessant wird es spätestens dann, wenn die CSU Probleme kriegt, eine Mehrheit zu bekommen - und die nächste Wahl kommt näher. Für uns ist es wichtig, dass sich Parteien wie die Grünen eindeutig gegen Studiengebühren positionieren. Wenn die FDP rausfällt, braucht die CSU einen neuen Koalitionspartner - und dann kann es schon wieder ganz anders aussehen.
Interview: Felix Müller
Gegen Studiengebühren wird am Donnerstag, 26. Mai, ab 14 Uhr demonstriert. Die Studierendenvertretungen der LMU, TUM und HM rufen unter dem Motto „SoS - Studieren ohne Studiengebühren“ ab 14 Uhr zum Geschwister-Scholl-Platz auf.
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