München - Der 15-jährige Schüler Richard M. schildert die schreckliche Tat von Solln und die letzten Worte des getöteten Dominik Brunner:

Tatort Solln: Hier fielen die zwei Täter über ihr Opfer Dominik Brunner her. Foto: dpa
Als Richard M. um kurz vor 15 Uhr den Sitzungssaal betritt, wirft er einen schnellen scheuen Blick in die Runde. Zügig geht er zum Zeugenstuhl, vorbei an der Anklagebank, wo die beiden Schläger sitzen, die den Mann getötet haben, der ihn und seine drei Freunde beschützt hat.
Ob er Angst um Brunner gehabt habe, fragt die Nebenklage-Vertreterin. „Ja, die ganze Zeit, aber spätestens als er hingefallen ist, habe ich gedacht: Das kann böse enden.“
„Wir waren erleichtert, als sich Herr Brunner in der S-Bahn eingemischt hat“, sagt er. Auf dem Bahnsteig habe er sich schützend vor sie gestellt, „also zwischen uns und die anderen“. Er habe versucht, den Angriff abzuwehren. Doch selbst, als Brunner „unglücklich gegen das Geländer gefallen ist und am Boden lag, hat der eine weiter auf ihn eingeschlagen und getreten“, schildert Richard M.
Richard ist es, der sich sofort um Brunner kümmert, nachdem die Täter geflohen sind. „Ich habe seine Brille aufgehoben und ihm gegeben. Ich glaube, er hat sie noch genommen, aber ich weiß es nicht mehr.“ Brunner richtete sich langsam wieder auf, stützte sich am Geländer ab. „Dann hat er gesagt: ,Oh, das war hart‘.“ Es sollten Brunners letzte Worte sein. Einen Augenblick später sackt er zusammen. „Ich wollte noch was sagen, plötzlich kippt der einfach zusammen.“
Bettina LinK/Philipp Vetter
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