017.08.09|München|München|
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München - Die Vorbereitungen für den Bau des dritten neuen Ringtunnels im Südwesten gehen in die heiße Phase. Morgen abend wird der Knotenpunkt am Luise-Kiesselbach-Platz schon mal um eine Fahrbahn reduziert. Im September beginnt dann der Bau der gewaltigen 2,8-Kilometer-Röhre.

Vorboten der Großbaustelle sind am Luise-Kiesselbach-Platz deutlich zu sehen. Noch werden nur vorbereitende Arbeiten ausgeführt – im September beginnt der Tunnelbau. ms
Kaum ist der nagelneue Richard-Strauss-Tunnel im Osten eröffnet, schon gehen Münchens Tunnelexperten im Südwesten an die Arbeit. Auf der Höhe des Westparks soll er beginnen, der neue Tunnel „Mittlerer Ring Südwest“. Er verläuft unter der Garmischer Straße, dem Nadelöhr Luise-Kiesselbach-Platz und der Heckenstallerstraße hindurch und endet jenseits der Passauer Straße. Ein ehrgeiziges Projekt: Der Südwest-Tunnel ist die aufwändigste und teuerste der drei neuen Röhren, deren Bau durch den Bürgerentscheid 1996 angeschoben wurde. Kostenpunkt: Knapp 400 Millionen Euro.
„Im Lauf des Septembers“, so die Auskunft des Baureferats, sollen die Arbeiten am Tunnelbauwerk selbst beginnen. Doch schon jetzt laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Am Luise-Kiesselbach-Platz wird in diesen Tagen die Fläche für eine Betriebsstation des Tunnels abgesichert. Um dafür Platz zu schaffen, muss eine Fahrbahn weichen: Am Übergang von der A95 nach links in die Garmischer Straße gibt es bisher fünf Spuren – bald werden es auf einem kurzen Abschnitt nur noch vier sein. In der Nacht von Mittwoch, 19., auf Donnerstag, 20. August, werden die neuen Markierungen angebracht. Der Verkehr werde dadurch aber nicht beeinträchtigt, sagte Verkehrsexperte Stefan Bauer vom Kreisverwaltungsreferat.
Auf Wiesen und Freiflächen rund um den geplanten Tunnel werden derzeit auch sogenannte Baustellen-Einrichtungsflächen hergestellt. Hier werden die Baufirmen Container und Baracken platzieren. Die Zufahrten zu diesen Flächen werden asphaltiert.
Richtig unangenehm wird es für die Anwohner aber erst ab September – dann beginnen die Rohbauarbeiten an der Röhre. Drei Fahrspuren pro Richtung an der Oberfläche sollen fast überall erhalten bleiben – das gelingt durch die Deckelbauweise: Im ersten Schritt versenken die Arbeiter Bohrpfahl neben Bohrpfahl in den Boden. Diese Pfähle bilden die Tunnelwände. Im zweiten Schritt wird die Tunneldecke auf das Erdreich betoniert. Erst wenn der Verkehr oben wieder rollen kann, wird unten das Erdreich ausgehoben. Freilich muss die Fahrbahn während der Arbeiten mehrfach verschwenkt werden – teilweise bis auf wenige Meter an die Häuser heran. Anwohner müssen sich auf Lärm und Staub einstellen (siehe nächste Seite).
Auf ihre Belohnung können sie ab dem Jahr 2015 hoffen: Dann soll die Röhre fertig sein – und an der Oberfläche idyllische Ruhe einkehren. Statt 100 000 Fahrzeugen pro Tag werden dann nur noch rund 5000 über die Garmischer Straße donnern. Am Luise-Kiesselbach-Platz soll die Belastung von 120 000 auf 40 000 Fahrzeuge zurückgehen.
In die Garmischer Straße wird eine großzügige Mittelpromenade eingefügt. Zu beiden Seiten verläuft je eine Fahrbahn pro Richtung – umrahmt von Bäumen. Im Ostteil der Heckenstallerstraße wird es überhaupt keinen Oberflächenverkehr mehr geben. Hier soll ein Park zum Erholen und Spielen einladen. Bis der in voller Blüte steht, werden die Anwohner aber wohl mindestens bis 2017 warten müssen.
Johannes Patzig
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