511.09.09|München|München|2
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München - Münchens neuer Zentraler Omnibusbahnhof ist eröffnet. Der reguläre Busbetrieb beginnt am Montag. Doch Einkaufen ist jetzt schon möglich – künftig sogar rund um die Uhr.

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Wer nach einer langen Busreise morgens am neuen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) an der Hackerbrücke ankommt, kann sich zuerst einmal bei einem Kaffee entspannen. Danach werden direkt die Urlaubsbilder entwickelt und die von der Nacht im Reisebus platt gelegenen Haare beim Friseur aufgefrischt. So in etwa malt sich Martin Rohr, Vorstand der Investmentfirma Hochtief Projektentwicklung, die künftige Ankunft der Busreisenden in München aus. Zwei Jahre dauerte die Errichtung des einem ICE-Triebwerkkopf nachempfundenen Gebäudes. Gestern wurde der neue Busbahnhof eröffnet.
Obligatorisch zerschnitten Oberbürgermeister Christian Ude und Martin Rohr erst gemeinsam ein rotes Band, um dann kurze Zeit später noch durch eine Papierwand zu springen – zur Visualisierung des „Durchbruchs für München“. Immer wieder lobte der OB die Einmaligkeit des Konzepts. „Dieses Gebäude kann mit jedem Flughafen mithalten“, so Ude. Einen Busbahnhof, der gleichzeitig auch Geschäfte und Büroräume beherberge, gebe es bislang noch nicht in Deutschland. „Endlich hat die schmuddelige Hinterhoflösung ein Ende“, spielt der OB auf den früheren Busbahnhof am Heimeranplatz an. Die dort brachliegende Fläche wird künftig den an der Hackerbrücke ankommenden Reisebussen als Dauerparkplatz dienen.
Im Untergeschoss des Bahnhofs sind die 29 Busterminals noch ziemlich verwaist. Nur ein paar Fahrzeuge wurden für Pressefotos aufgestellt. Erst ab Montag werden hier regelmäßig Busse ein- und ausfahren. Auch in den Büroetagen herrscht noch gähnende Leere. Lediglich 65 Prozent der Räumlichkeiten sind laut Hochtief Projektentwicklung bereits vermietet. So mancher Reiseveranstalter möchte erstmal abwarten, wie sich der ZOB entwickeln wird, bevor er sich hier einmietet (wir bericheteten).
In der Einkaufspassage dagegen tummeln sich zwar noch keine Reisenden, jedoch Anwohner aus der Umgebung, die neugierig sind, was der moderne Bau von Innen bietet. Heiko Möllgaard etwa ist an diesem Freitagvormittag mit seinem zweieinhalbjährigen Sohn Justin gekommen. Dem 37-jährigen Vater gefällt das Ladenangebot, doch Sohn Justin drängt es nach draußen auf die Terrasse. Er will dem Ein- und Ausfahren der S-Bahn-Züge zuschauen.
Noch sind die Läden im ZOB ganz normal von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Künftig soll hier aber das Einkaufen rund um die Uhr möglich sein. „Dafür muss aber erst noch das bayerische Ladenschlussgesetz geändert werden“, erklärt Kommunalreferentin Gabriele Friderich. Das sehe zwar Sonderreglungen für Bahnhöfe vor, jedoch nur für solche, die an einen Schienenverkehr angeschlossen seien. Den Antrag zur Änderung des Gesetzes habe die Stadt bereits gestellt, doch Friderich rechnet nicht mit einer Entscheidung vor Jahresende.
Kerstin Lottritz
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