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Einsturzgefahr im Olympiastadion - Spektakuläre Sanierung - Rand der Haupttribüne wird für zehn Millionen Euro erneuert - Einsturzgefahr

Einsturzgefahr im Olympiastadion

München - Dem Olympiastadion steht eine spektakuläre Sanierung bevor: Der Rand der Haupttribüne wird für zehn Millionen Euro erneuert.

© Bodmer

Durch und durch marode: Der obere Rand der Haupttribüne muss dringend saniert werden. Sonst droht im historischen Stadion Einsturzgefahr.

Sonst, so fürchten Techniker, droht dort bald Einsturzgefahr. Auch die Olympiahalle soll weiter modernisiert werden.

Er ist einer der unscheinbarsten Teile des Stadions – und dürfte den meisten Besuchern kaum auffallen: der sogenannte Randbalken der überdachten Haupttribüne. Und doch ist dieser 1,20 Meter breite Stahlbetonriegel enorm wichtig. Er bildet den obersten Rand der Tribüne, an ihm sind die Ränge darunter befestigt. Und ausgerechnet dieser Riegel, stellten Experten nun fest, ist durch und durch marode.

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  • Die Welt- und Sportstadt München kann gleich mit mehreren Stadien aufwarten: Von traditionsreichen Kampfbahnen bis hin zur modernen Arena.
  • Das traditionsreichste ist wohl das Grünwalder Stadion auf Giesings Höhen. Hier gewann der TSV 1860 im Jahr 1966 seine einzige deutsche Meisterschaft.
  • Im Volksgargon hat es viele Namen: 60er Stadion, Hermann-Gerland-Kampfbahn, Grünwalder - aber der offizielle Name lautet "Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße".
  • Nostalgie pur: Die Haupttribüne.
  • Blick von der Haupttribüne auf die von den Fans geliebte Gegentribüne, die "Stehhalle".
  • Bis 1995 spielte der TSV 1860 in seiner Heimat. Zur Saison 2004/2005 kehrten die Löwen nochmals für ein Jahr zurück. Bis zu 21 272 Zuschauer konnten die Blauen hier anfeuern.
  • Aktuell spielen hier nur noch die zweiten Mannschaften, sowie einige Jugenteams des FC Bayern und des TSV 1860. Die Kapazität beträgt aus Sicherheitsgründen heute nur noch 10 240 Plätze.
  • Szene des Spiels 1860 gegen Fürth in besagter Rückkehr-Saison.
  • Traditionsreiche Tram mit Fan auf dem Weg zum traditionsreichen Stadion in Giesing.
  • Besten Blick auf das Geschehen auf dem Platz haben die Anwohner an der Grünwalder Straße.
  • Als München 1966 den Zuschlag für die Olympischen Spiele 1972 erhielt, musste ein neues Stadion her.
  • Das Olympiastadion und der Olympiapark wurden auch dem Oberwiesenfeld im Norden Münchens errichtet. Es ist weltberühmt für seine Zeltdachkonstruktion, die sich auch über die Halle und die Schwimmhalle erstreckt.
  • Anfangs bot das Stadion Platz für 80 000 Zuschauer. Die Kapazität wurde aus Sicherheitsgründen kontinuierlich nach unten geschraubt. Auch die Umwandlung von Steh- in Sitzplatzbereiche sorgte dafür, das heute "nur" noch 69 000 Zuschauer das Olympiastadion füllen können.
  • Während der TSV 1860 im geliebten Grünwalder Stadion blieb und nur vereinzelt seine Spiele im "Oly" austrug, zog der FC Bayern komplett in den Olympiapark. Die Löwen zogen erst 1995 nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga nach.
  • Die Bayern-Fans in der Südkurve des Olympiastadions.
  • Im Norden war die Heimat der Löwen-Fans. Hier ist Benny Lauth auf dem Weg in die Kurve.
  • Als die Fußball-WM 2006 nach Deutschland vergeben wurde, war klar: München braucht ein neues Stadion. Zuerst sollte das Olympiastadion umgebaut werden, doch dieser Plan wurde gestoppt. Dieser hätte eine Überdachung der Gegengerade, den Wegfall der Laufbahn und den Einbau eines zweiten Ranges vorgesehen.
  • Stattdessen wurde per Bürgerentscheid der Bau eines neuen Stadions im Münchner Norden beschlossen. Innerhalb von nur drei Jahren (2002-2005) wurde das Stadion errrichtet.
  • Der Versicherungskonzern Allianz sicherte sich die Namensrechte an der neuen Fußball-Arena.
  • Charakteristisch ist ihr Aussehen. Die Hülle aus Kunstoff kann in drei Farben beleuchtet werden: rot, blau und weiß.
  • Aufnahme vom Beleuchtungstest während der Bauphase.
  • Diverse Farbkombinationen sind möglich. Für jeden sollte hier etwas dabei sein.
  • Die Löwen spielten nach dem Absteig 2004 nur noch fünfmal im Olympiapark, der FC Bayern ververabschiedete sich im Mai 2005 mit dem letzten Bundesliga-Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg.
  • 33 Jahre feierte der FC Bayern seine Titel unter dem Zeltdach, nun ging es ins Schlauchbott nach Fröttmaning.
  • Das Olympiastadion ist seither Schauplatz von Open Air Konzerten (hier Robbie Williams), Messen und vielen anderen Großveranstaltungen.
  • Die Welt- und Sportstadt München kann gleich mit mehreren Stadien aufwarten: Von traditionsreichen Kampfbahnen bis hin zur modernen Arena. Sehen Sie hier die Stadirn Münchens.
  • Seither feiern hier die Bayern ihre Siege und Titel...
  • .. während die Löwen hier noch immer zweite Liga spielen und (bislang) vergeblich um den Wiederaufstieg kämpfen.
  • 69 901 Plätze hat die Arena. Zu internationalen Spielen stehen durch die Umwandlung der Steh- in Sitzplätze 66 000 Plätze zu Verfügung.
  • Allerdings sind die Fans des TSV 1860 gegen die Arena. Der Grund: Heimweh nach Giesing ins Grünwalder, dazu die horrenden Mietbeträge, die 1860 seit dem Verkauf der Stadion-Anteile an den FC Bayern zu zahlen hat.
  • Die Welt- und Sportstadt München kann gleich mit mehreren Stadien aufwarten: Von traditionsreichen Kampfbahnen bis hin zur modernen Arena. Sehen Sie hier die Stadirn Münchens.
  • Das Dante, wie es oft nur genannt wird, verfügte früher über 32.000 Plätze, wovon heute noch 12.000 erhalten sind.
  • Eine Besonderheit des Stadions ist die trapezförmige und daher einmalige Tribüne, in der sich auch eine Turnhalle und Waschräume befinden. Außerdem existieren eine 400-m-Tartanbahn und eine elektronische Anzeigetafel.
  • Das Dantestadion ist Heimat des American Football-Teams der Munich Cowboys. Außerdem trugen hier der FC Wacker München (1963-72), die Frauenmannschaft des FC Bayern sowie der Türk SV 1975 München, der unter seinen früheren Namen SV Türk Gücü München in der Fußball-Bayernliga spielte, hier seine Heimspiele aus (jeweils bis 2006).
  • Die Welt- und Sportstadt München kann gleich mit mehreren Stadien aufwarten: Von traditionsreichen Kampfbahnen bis hin zur modernen Arena. Sehen Sie hier die Stadirn Münchens.
  • Die baufällige Haupttribüne und der marode Richtertum mit Anzeigetafel von 1972 wurden abgerissen. Heute finden hier vor allem Open-Air-Konzerte und Flohmärkte statt. Highlight war das Konzert der US-Rockband Linkin Park im Juni 2008, als 25 000 Zuschauer nach Riem kamen.
  • Vor den Toren Münchens gibt es nur ein größeres Stadion, das Profi-Sport beherbergt: den Generali Sportpark in Unterhaching. Die SpVgg trägt dort ihre Spiele aus. Bis zu 15.053 Fans fasst das Stadion, das bis 2003 noch Stadion am Sportpark hieß.

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Bei den Stadtwerken (SWM) und der Olympiapark GmbH ist man sich einig: Hier muss etwas geschehen. Sonst bestehe die Gefahr, dass Teile des Balkens einstürzen – und bis zu vier Tribünenränge mit in die Tiefe reißen, sagt SWM-Experte Rainer Borger. Damit nicht genug: Die Teile könnten auf eine tiefere Ebene – den sogenannten Umgriff, der rund ums Stadion mit Verkaufsständen aufwartet – krachen.

Um das zu vermeiden, sind der Randbalken sowie die obersten Reihen der Tribüne schon länger bei Veranstaltungen gesperrt. Zudem werde der Zustand laufend von Beton-Gutachtern überprüft, um Gefahren für Besucher auszuschließen, sagte Borger.

Dennoch: Die Techniker wollen so schnell wie möglich handeln. Heute wird der Stadtrat mit der Sanierung befasst – er muss die benötigten 10,2 Millionen Euro bewilligen. Auch die Stadt drängt zur Eile: Wenn der Auftrag nicht bald vergeben wird, würde im Stadion im Frühjahr womöglich eine Sperrung wegen Einsturzgefahr nötig, heißt es in der Beschlussvorlage.

Im April 2010 soll die spektakuläre Baumaßnahme beginnen. Sie ist wahrlich kein leichtes Unterfangen: Bis zu 65 Tonnen wiegen die Betonteile des Randbalkens. „Dafür wird ein gigantisches Gerüst errichtet, das den Balken von der Umgriffebene aus abstützt“, sagt Borger. Dann werde er komplett in Teile zerschnitten und nach unten auf die Umgriffebene befördert. Hier sei Vorsicht geboten: Das gewaltige Gewicht der Trümmer könnte den Boden durchbrechen. Deshalb werden sie mit einem Schienensystem – fast wie im Bergwerk – aus dem Stadion transportiert. Zugleich wird oben ein neuer Randbalken betoniert.

Bis Ende 2011 soll die Sanierung fertig sein. Das Erstaunliche: Veranstaltungen sollen während der Bauzeit wie geplant im Stadion stattfinden können. Freilich bleiben die obersten Reihen gesperrt.

An der benachbarten Olympiahalle sind Bauarbeiten nichts Neues: Hier wir bereits seit mehr als einem Jahr umgebaut (wir berichteten).Im Sommer 2010 sollen die wesentlichen Arbeiten abgeschlossen sein, sagte Olympiapark-Sprecher Arno Hartung. Doch in den kommenden Jahren sind weitere Schritte nötig um das Innere der Halle schöner und zeitgemäßer zu machen. Der Stadtrat soll heute dafür grünes Licht geben. So sollen etwa die Tribünenstühle der Halle neu gepolstert und abgenutzte Böden und Treppengeländer ansehnlicher gemacht werden. Die Olympiapark GmbH wünscht sich außerdem eine weitere Teleskoptribüne. Auch der Beleuchtersteg unterm Dach soll verlängert werden. Die antiquierten Anzeigentafeln, die dort hängen, kommen weg. Statt ihrer soll es sechs Videowände oberhalb der Tribünen geben.

Das neue Gesicht der Olympiahalle

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Einen weiteren Meilenstein dürfte der Park 2011 erleben: Dann soll die neue „kleine Olympiahalle“ fertig sein, die zurzeit gebaut wird. Sie soll 4000 Zuschauern Platz bieten. Die Kosten der Bauarbeiten in großer und kleiner Halle dürften sich insgesamt auf rund 100 Millionen Euro summieren.

Johannes Patzig

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