München - Nun fährt sie endlich: die neue Tramlinie 23. Ihr Startbahnhof an der Münchner Freiheit ist am Samstag eröffnet worden. Rund 27 000 Fahrgäste drehten am ersten Tag eine Runde.

© Kurzendörfer
OB Ude (re.) und MVG-Chef König eröffnen die Strecke.
Das Gedränge ist groß, als am Samstag gegen 12 Uhr die erste Trambahn der Linie 23 in den neuen Bahnhof an der Münchner Freiheit einfährt. Alle wollen die ersten Fahrgäste auf der 3,1 km lange Strecke sein. „Das ist ja schlimmer als auf der Wiesn“, ruft eine Frau, die es nicht mehr in den ersten Zug geschafft hat. Doch die nächste Tram wartet schon, jeder bekommt einen Platz. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat schnell reagiert und schickt acht statt sechs Fahrzeuge auf die Strecke in Richtung Parkstadt Schwabing. Am ersten Betriebstag der neuen Tram dürfen alle Besucher gratis mitfahren – am Ende des Tages werden 27 000 Fahrgäste das Angebot genutzt haben.
Dieses Dach hatte König in den letzten Jahren einiges Kopfzerbrechen bereitet. Die Umsetzung der architektonisch anspruchsvollen Vorgabe habe „viel Zeit, Geld und Nerven gekostet“. Letztlich wurden 1500 Quadratmeter Stahlblech verbaut, im Innern des Daches liegen 15 Kilometer Kabel verborgen. Das Dach hat ein Gewicht von 400 Tonnen, die von 18 Stützpfeilern getragen werden. Rund 4 Millionen Euro flossen in die Konstruktion. König zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden – sie gebe der Münchner Freiheit eine „neue, starke Identität“.
Oberbürgermeister (OB) Christian Ude lobte den fertigen Bahnhof ausdrücklich, auch, wenn viel Kritik an dem modernen Entwurf geübt worden sei. „Man muss den langen Atem haben, die erste Welle der Entrüstung abzuwarten“, sagte er. Ude betonte außerdem die Bedeutung der neuen Tramlinie als „super Verkehrsanbindung“ für die Parkstadt Schwabing an die Innenstadt.
In Zukunft rechnet die MVG für die Linie 23 mit 18 000 Fahrgästen täglich. Möglicherweise wird die Strecke in Richtung Norden noch verlängert: „Ich wage die Prognose, dass die Endhaltestelle Schwabing Nord nicht die letzte bleibt“, so König.
Ann-Kathrin Gerke
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