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Erster Windpark für München

München - Die Stadtwerke verschärfen ihre Öko-Offensive. Mit mehr als 300 Millionen Euro beteiligt sich der Energieversorger an einem Windpark in der Nordsee.

In der Nordsee, 93 Kilometer nördlich der Insel Juist, soll der Windpark entstehen, an dem die Stadtwerke beteiligt sind.

In der Nordsee, 93 Kilometer nördlich der Insel Juist, soll der Windpark entstehen, an dem die Stadtwerke beteiligt sind.

Wer kennt es nicht, das Windrad auf dem Müllberg? Seit 1999 steht es schon am nördlichen Stadtrand und liefert brav rund 2,2 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr – jene Menge, die etwa 1000 Haushalte verbrauchen. In erster Linie erfüllte die 100 Meter hohe Anlage einen anderen Zweck: Sie diente der Stadt und den Stadtwerken als "Öko-Wahrzeichen".

Nun aber will der städtische Energieversorger erstmals in großem Maßstab in die Stromproduktion per Windkraft einsteigen. 93 Kilometer nördlich der nordfriesischen Insel Juist soll bis 2013 der Windpark "Global Tech I" mit 80 Windkraftanlagen entstehen. Auf 1,3 Milliarden belaufen sich die Gesamtinvestitionen. Die Stadtwerke wollen sich zu 24,9 Prozent an der Projektgesellschaft "Wetfeet Offshore Windenergy GmbH" beteiligen – und müssten demnach auch ein Viertel der Kosten tragen, rund 325 Millionen Euro. Neben der Südhessische Energie AG sind weitere Partner an der 400-Megawatt-Anlage beteiligt.

Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten in der dort rund 40 Meter tiefen Nordsee beginnen. Eine Kabeltrasse zum Anschluss an das Hochspannungsnetz ist bereits in Bau. "Zurzeit sind insgesamt 19 Offshore-Windparks vor der deutschen Nordseeküste genehmigt", sagte Stadtwerke-Chef Kurt Mühlhäuser. Der Windpark "Global Tech I" werde einer der ersten sein, der fertiggestellt ist.

Insgesamt soll der Windpark 1,4 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren. Im Vergleich zu Kohlekraftwerken würden so über eine Million Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids vermieden. "Das Projekt ist ein wichtiger Baustein unserer Ausbauoffensive für regenerative Energieerzeugung", erklärte der SWM-Chef. "Bereits heute produzieren die Stadtwerke rund 350 Millionen Kilowattstunden regenerativen Strom pro Jahr und können so etwa 140 000 Münchner Haushalte mit Strom versorgen." Mit dem Anteil an dem Nordseewindpark verdopple man die Strommenge auf 700 Millionen Kilowattstunden und rund 280 000 Haushalte.

Das Engagement der Stadtwerke kommt nicht von ungefähr. Das Kernkraftwerk Isar 2, an dem die Stadtwerke beteiligt sind, läuft voraussichtlich nur bis 2020. Beteiligungen an weiteren Kohlekraftwerken hat Rot-Grün jedoch untersagt. Nun wollen die Stadtwerke die Landeshauptstadt zur ersten deutschen Großstadt machen, die alle rund 800 000 Haushalte Privathaushalte mit Öko-Strom versorgen könnte. Das sind rund 27 Prozent des gesamten Münchner Stromverbrauchs.

SPD und Grüne zeigten sich erfreut, dass die Stadtwerke die von ihnen beschlossene Öko-Offensive umsetzen. Die Werke würden hierfür in den nächsten Jahren über eine Milliarde Euro investieren, sagte Mühlhäuser. Neben Windparks sollen damit auch Geothermie- und Biomasse-Projekte sowie Solaranlagen gebaut werden.

Matthias Kristlbauer

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