124.01.10|München|München|4
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München - Der Stachus hat die Landshuter Allee als Münchner Giftstaub-Hochburg abgelöst. Die jüngsten Messergebnisse zeigen, dass es in den vergangenen Monaten mit der Luft-Hygiene rasant bergab ging. Ursache sind nach Einschätzung des bayerischen Umweltamts die Bauarbeiten für das neue Stachus-Untergeschoss.
Seit Jahren stand die Landshuter Allee an der Spitze der staubigsten Straßenzüge Bayerns. Die Strecke weist die höchste Verkehrsfrequenz in München auf und ist gegen die häufigen Westwinde durch die Bebauung abgeschottet. So kletterte die Zahl der Tage mit Überschreitung des Grenzwerts von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter stets über das Limit hinaus: Die EU verlangte, die Überschreitungstage auf höchstens 35 im Jahr zu reduzieren. Diese Messlatte riss der Giftstaub-Wert an der Landshuter Allee Jahr für Jahr. Am spektakulärsten im Jahr 2005 mit 107 Tagen über dem Limit.
Die Messungen am Stachus wiesen währenddessen meist geringere Werte aus und blieben oft auch hinter den Daten von der Prinzregentenstraße zurück. Im Lauf des letzten Jahres aber glitt der Stachus immer wieder in die verbotene Zone ab. Am 14. Januar dieses Jahres überholte er auch die Landshuter Allee: Für sie standen nur sieben Überschreitungs-Tage zu Buche, die Stachus-Statistik kletterte auf acht. Auch die Tagesmittelwerte vom letzten Donnerstag bestätigen die Tendenz: Stachus 71 Mikrogramm, Landshuter Allee 52 Mikrogramm.
In den Monaten, in denen sich am Stachus die Giftstaub-Spuren häuften, waren dort massive Bauarbeiten im Gang. Staubintensive Eingriffe in den Beton und andere Arbeiten lösten winzige Partikel aus dem Material, wobei vor allem die Arbeiten an der Oberfläche und den Treppenabgängen die Luft belasten. Kaum 90 Meter entfernt steht der Container mit der Messapparatur. Rund um die Uhr werden die Daten ins Landesamt für Umwelt übermittelt und im Internet dargestellt (zu finden unter www.lfu.bayern.de mit den Stichworten Luft und Daten).
Heinz Ott, bei der Behörde zuständig für Luftmessungen, erklärte auf Anfrage: „Wir wissen, dass am Stachus seit einiger Zeit Bauarbeiten im Gang sind. Das kann schon Einfluss auf die Messwerte haben.“ Das Umweltreferat der Stadt hält sich zurück: „Es gibt noch zu wenig Daten-Material.“
Die bayerische Rangliste der staubigsten Strecken führt inzwischen der Königsplatz in Augsburg an (zehn Überschreitungstage in 2010). Dann folgt schon der Stachus mit neun Tagen. Die Landshuter Allee liegt mit acht Tagen auf Rang drei. Die Häufung der intensiven Feinstaub-Tage tritt vor allem bei kalter Witterung mit austauscharmen Luftschichten auf. Die feinen Partikel können Krebs in den Atmungsorganen auslösen.
Eberhard Geiger
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