Die "Medienfabrik" auf der Theresienhöhe will der Kommunikationsbranche ein attraktives neues Dach über dem Kopf bieten. Zur Lebensqualität künftiger Mieter sollen Wohlfühl-Elemente nach den Prinzipien des fernöstlichen Feng Shui beitragen.

© Marcus Schlaf
Der Rohbau der "Medienfabrik" zwischen Ganghofer- und Ridlerstraße auf der Theresienhöhe ist fast fertig. Bald soll der neue „Kreativ-Standort“ in München einzugsbereit sein.
Gut 800 Arbeitsplätze sollen in dem Kreativ-Biotop zwischen der Ridlerstraße, den Bahngleisen und der Ganghoferstraße Raum finden. Geht es nach den Projektentwicklern, der Accumulata Immobilien Development GmbH, dann sollen hier bald Foto-Studios, Filmfirmen, Software-Entwickler und PR-Agenturen einziehen. Zwar hatte die Internet-Krise die Bauherrn zeitweise irritiert. Nun aber geht es zügig weiter. Am heutigen Freitag wird Richtfest gefeiert.
Die Medienfabrik stößt scheinbar auf reges Mieterinteresse. Derzeit sei eine Verhandlungsrunde mit 15 Unternehmensvertretern am Laufen, sagt Henning Oldenburg von Accumulata. Auf sie warte ein Viertel der 16 000 Quadratmeter umfassenden Mietfläche. Ein weiteres Viertel sei bereits an einen Software-Entwickler für Mediatechnik vergeben. Auch kleine 50-Quadratmeter-Büros sind zu haben. Die Nachfrage, so Oldenburg, sei ungebrochen: „Derzeit haben wir acht bis zehn Besichtigungen pro Woche.“
Rund 70 Millionen Euro beträgt das Investitionsvolumen. Die Besonderheiten des Baukomplexes fallen ins Auge. Da stehen Häuser, Hallen und Pavillons in bunter Unordnung herum. Klassische Altbauten und moderne Neubauten fügen sich ineinander.
Ein wichtiges Kriterium in der Medienfabrik ist die Lebensqualität für die künftigen Mieter. Zum Wohlfühl-Klima am Arbeitsplatz gehören ein Kindergarten, ein Restaurant und ein Biergarten mit 80 Plätzen. Auch eine Reihe von Wohnungen im mittleren Kreissegment fällt ab. Das gesamte Architekturkonzept basiert auf den Regeln des fernöstlichen Feng Shui. „Vom Scheitel bis zur Sohle“ wirke das, erklärt Oldenburg. So würden etwa in allen Neubauten abgeschirmte Elektrokabel verlegt. Und in den Außenanlagen fände man „die Geister der Luft und des Wassers“.
Die Idee, das große Eck nahe der alten Messe zu einem Medien-Standort zu machen hatte auch im Rathaus schnell gezündet. Schließlich wollte man nicht weiter untätig zuschauen, wie das kreative Volk nach Unterföhring zog. Wirtschaftsreferent Reinhard Wieczorek (SPD) zeichnete den Weg zur Medienfabrik vor, als er die städtische Fläche nach einer Ausschreibung für die Film- und Medienbranche an die Accumulata veräußerte. Die setzt das Projekt noch um. Übernehmen wird es dann aber der Immobilien-Ableger der Commerzbank, der die Medienfabrik im Februar 2007 gekauft hat.
Von Eberhard Geiger
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