Superbanner

Fernwärme in der Innenstadt München ausgefallen - Heizungen gehen nicht - kalt

Leck in Fernwärme-Leitung: Kaltes Erwachen in der Innenstadt

204.01.10|München|München|5
Drucken|Empfehlen|Schrift   a  /  A||recommendbutton_count130

Schliessen

Druckvorschau

Artikel: Leck in Fernwärme-Leitung: Kaltes Erwachen in der Innenstadt

München - Für zehntausende Münchner hat der erste Montag im neuen Jahr ohne Heizung und Warmwasser begonnen. In der Nacht war eine Fernwärmeleitung am Hauptbahnhof leck geschlagen.

© Reinhard Kurzendörfer

Dampf am Hauptbahnhof: Mitarbeiter der Stadtwerke pumpen Wasser aus einem der drei betroffenen Fernwärmeschächte.

Erst als die Feuerwehr gegen fünf Uhr früh den heißen Wasserdampf bemerkte, der vor dem Hauptbahnhof an die Oberfläche stieg, war das Leck gefunden. Um halb drei schon hatte das Überwachungssystem der Stadtwerke einen Schaden im Fernwärmenetz der Innenstadt gemeldet. Daraufhin waren SWM-Techniker die Leitungen abgefahren, um nach dem Fehler zu suchen.

© dpaDie Fernwärme-Probleme in Münchne sind jetzt weitgehend behoben.

Der Dampf führte sie schließlich auf die richtige Spur: An der Ecke Arnulf-/Luisenstraße leckte aus noch unbekannten Gründen eine der Fernwärmeleitungen in der Innenstadt, über die 1800 Anschlüsse innerhalb des Altstadtrings, in Neuhausen, in Nymphenburg und in Gern sowie am Ackermannbogen versorgt werden. Betroffen war nur das mit Heißwasser betriebene Netz, teilten die Stadtwerke mit. Häuser, die ihre Energie für warmes Wasser und die Heizung über die Heißdampf-Leitungen bekommen, blieben unbeeinträchtigt.
Gegen fünf Uhr war der Druck im System so stark abgefallen, dass die Heizungen kalt blieben. Vor allem größere Wohnblocks, aber auch Läden, Büros, Hotels und Krankenhäuser hängen laut SWM an den Leitungen. Ein Anschluss versorgt teils über 100 Menschen. Wie die Verkäufer im Karstadt am Bahnhofsplatz streiften viele sich warmen Pullis über. Die städtischen Krankenhäuser erlebten nach Angaben einer Sprecherin keine schwerwiegenden Probleme durch den Ausfall von Heizungen und Warmwasser.

In Luxus-Hotels wie dem „Anna“ am Stachus und dem „Charles“ an der Sophienstraße wurde es zwar kalt. Im „Anna“ aber konnte ein Warmwassertank für Notfälle die Gäste vor einer eiskalten Dusche bewahren, im „Charles“ heizte man das Wasser mit einer Elektroheizung wieder auf. Im acht mal fünfzehn Meter großen Schwimmbecken im Hotelkeller blieb es einigermaßen warm. Das Wasser wurde zwar nicht geheizt, aber die knapp 120 000 Kubikmeter brauchen ihre Zeit, um abzukühlen.

Schäden hat nur das ausgetretene Wasser angerichtet

Wirkliche Schäden hat nur das ausgetretene Wasser angerichtet. Es ist, sagte eine Bahnsprecherin, in Keller- und Lagerräume im ganzen Hauptbahnhof und dem S-Bahn-Zwischengeschoss eingedrungen. Auch manche der dortigen Geschäfte verzeichneten Wassereinbrüche. Einige Räume, in denen die Computer-Server der Bahn laufen, wurden feucht. Das machte ihnen so sehr zu schaffen, dass verstreut über den ganzen Bahnhof Fahrkartenautomaten ausfielen. Auch an den Schaltern hatten die Computer für einige Zeit Probleme. Am frühen Abend waren die Probleme behoben, der genaue Schaden müsse laut einer Sprecherin aber noch berechnet werden.

Wie das Leck entstanden ist, konnten die Stadtwerke gestern nicht klären. Um 14 Uhr war das Problem allerdings vorerst gelöst. Die defekte Stelle wurde vom Netz getrennt und das Wasser über andere Rohre umgeleitet. Aus den Zugangsschächten rund um das Leck musste ausgelaufenes Wasser gepumpt werden. Um den Druck im System wieder auszugleichen, musste an anderer Stelle hingegen wieder Wasser zugeführt werden. Wieviel von dem fast siedend heißen Wasser insgesamt ausgetreten ist, ist nicht bekannt.

Ab 9.30 Uhr schalteten die Techniker einzelne Gebiete nach und nach wieder ans Netz. 99 Prozent der Kunden waren um 11.30 Uhr wieder versorgt. Bis das heiße Wasser zu den einzelnen Büros oder Wohnungen durchgeflossen war, dauerte es teilweise aber länger.

Info:

600 Kilometer Fernwärme-Rohre führen durch München

Rund 100 000 Haushalte in München erhalten die Energie für ihre Heizungen und für warmes Wasser über die Fernwärmerohre der Stadtwerke. Sechs Netze betreiben die Werke insgesamt im Stadtgebiet:Innenstadt, Sendling, Bogenhausen, Freimann und Riem. Nach und nach werden jetzt auch im Westen Haushalte ans Netz genommen, in Pasing, Aubing und Freiham. Die Energie dafür kommt aus den Heizkraftwerken Nord, Süd und Freimann. Die dort bei der Stromerzeugung anfallende Wärme wird nicht wie bei vielen anderen Anlagen ungenutzt in die Atmosphäre gepustet, sondern in das Fernwärme-Netz eingespeist. Diese Technik macht, so die SWM, die Kraftwerke doppelt so effizient wie andere Anlangen. Das heiße Wasser oder der heiße Dampf fliest dann über die Leitungen zu den Abnehmern. Das sind vor allem größere Häuser, wie Wohnblocks oder Bürokomplexe. Über einen Wärmetauscher im Keller wird die Energie dort direkt in die Zentralheizung eingespeist. Das abgekühlte Wasser wird dann in das Heizkraftwerk zurück gepumpt. Bereits seit dem frühen 20. Jahrhundert wird in München Fernwärme genutzt. 1908 versorgte ein nahe gelegenes Kraftwerk das Schwabinger Krankenhaus mit der Abwärme aus der Stromproduktion. Heute ist das Münchner Netz rund 600 Kilometer lang.

Kolja Kröger

zurück zur Übersicht: Stadt München

Schliessen

Artikel empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

Lesen Sie auch:

Doppelmord in Portugal - Prozessbeginn im März

Doppelmord in Portugal - Prozessbeginn im März

München - Zur Vertuschung seiner unehelichen Vaterschaft soll ein Münchner seine Ex-Geliebte und deren kleine Tochter zu einem Versöhnungsurlaub nach Portugal gelockt und beide umgebracht haben.Mehr...

Kommentare

Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.

Karte München StadtMünchen NordMünchen OstMünchen WestMünchen ZentrumMünchen Südzurück zur Region

Wetter für München und Bayern

Berichte im Fokus

  • Meistgelesene Artikel
  • Meistkommentierte
  • Themen

Schicksalsschlag für Müller: Gründer-Sohn liegt im Koma

München - Ein handfester Lebensmittel-Skandal beutelt Müller-Brot. Jetzt setzt der Familie auch ein privater Schickalsschlag zu: Hans Müller junior ist schwer krank und liegt seit Sonntag im Koma.Mehr...

So funktioniert die Betrüger-Masche am Bankomat

München - 55 Millionen Euro Schaden richten international agierende Datendiebe alljährlich mit den kopierten Daten deutscher Bankkunden an, die Bares an manipulierten Geldautomaten abheben. So funktioniert's:Mehr...

Chaos-Tag bei der S-Bahn

München - Am Freitag häuften sich die Störungen bei der S-Bahn und im Regionalverkehr. Vormittags waren nahezu alle Linien verspätet. In einem Regionalzug saßen die Fahrgäste drei Stunden lang fest. Am Nachmittag fiel dann auch noch ein Stellwerk aus.Mehr...

MVV fordert 60 Euro Strafe für Schwarzfahrer

München - Das derzeit geltende Bußgeld von 40 Euro für Schwarzfahrer im öffentlichen Nahverkehr hat nicht genügend abschreckende Wirkung – dieser Meinung ist der Münchner Verkehrsverbund (MVV).Mehr...

S-Bahn: Ungewöhnliche Maßnahme wegen Kälte

München - Bis zum Samstag hatte die S-Bahn der Kälte getrotzt. Dann häuften sich bis Montagfrüh die Schäden. Jetzt hat die Bahn mit einer ungewöhnlichen Maßnahme begonnen.Mehr...

Schicksalsschlag für Müller: Gründer-Sohn liegt im Koma

München - Ein handfester Lebensmittel-Skandal beutelt Müller-Brot. Jetzt setzt der Familie auch ein privater Schickalsschlag zu: Hans Müller junior ist schwer krank und liegt seit Sonntag im Koma.Mehr...

EHC München

Alle Infos, Nachrichten und Spielberichte zum EHC München auf merkur-online.de.

Ehc München: Stephane Julien vor Zukunftsentscheidung

EHC-Kapitän Stephane Julien am Wendepunkt

München - Stephane Julien ist für die freien Tage heim nach Kanada gereist. Der Kapitän des EHC München sucht dort nach einer Entscheidung, die in jedem Fall Auswirkung auf den EHC haben wird. Geht er oder bleibt er?Mehr...

Nachrichten aus dem Landkreis

Heben leicht gemacht

Heben leicht gemacht

Haar - Einen Kraftakt weniger haben seit kurzem die Pfleger der Tagespflege für Senioren der Nachbarschaftshilfe (NBH) Haar zu leisten - im wahrsten Sinne des Wortes.Mehr...

PC-Flohmarkt für gut erhaltene Computer

Haar - Ein neuer PC ist angeschafft, aber der alte eigentlich viel zu schade zum Wegwerfen. Oft ist dieser noch top in Form und für viele Anwendungen noch ausreichend. Die Volkshochschule Haar macht daher auf einen Computerflohmarkt aufmerksam.Mehr...

Aktuelle Videos

Videos werden geladen...0:00
Bild mit Ladehinweis

Weitere Informationen für dieses und andere Videos werden geladen...

Abspielen

Alle Videos

-cQsQSjKe1q6Y14uLo3ivuElQ2zsPqi5W8XyhmnDpmk.http://www.merkur-online.de/media/video/37063960011755456930

Artikel lizenziert durch © merkur-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.merkur-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

SkyScraper