127.11.09|München|München|8
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München - Am Mittwochabend haben die Urbanauten wieder zum „Flashmob“ eingeladen. Die Veranstaltung wurde ein voller Erfolg. Doch Mitorganisator Benjamin David verpasste zwei Stunden – er wurde vorübergehend festgenommen.

Abgesperrt: Für vier Minuten war für die Autofahrer am Altstadtring kein Durchkommen. Foto: Urbanauten/Fkn
Wie ein Vogelscharm sollten die Münchner am Mittwoch werden. Die Aktionsgruppe „Urbanauten“ wollen mit ihrem Kunstprojekt „Moment of Starlings“ das Prinzip des „Flashmobs“ weiterentwickeln zu einem „urbanen Schwarm“ (wir berichteten). Bei einem Flashmob verabreden sich Leute via SMS oder Internet spontan zu einem Treffen. Zum Beispiel, um eine unendlich lange Schlange bei McDonalds zu bilden. Oder wie gestern beim Urbanauten-Schwarm: um vor dem US-Konsulat Walzer zu tanzen.
„Wir wollten mit unserer Aktion den maximal durchnormierten Raum um den Altstadtring symbolisch wieder zurückerobern“, sagt Benjamin David von den Urbanauten. Dazu sperrten die 250 Teilnehmer zum Beispiel den Altstadtring ab – für vier Minuten, mit weiß-roten Plastikbändern.
„Das war nur ein Spaß, aber die Polizei war ziemlich grantig“, sagt David. Prompt nahmen sie den Urbanauten mit aufs Präsidium. Nach zweistündiger Wartezeit erfuhr er dann den Vorwurf: „Anstiftung zur Nötigung“.
Die Anzeige sieht er aber gelassen. „Ich hab denen gesagt, dass wir das mit der Stadt abgesprochen haben, aber die haben mir nicht geglaubt“, sagt er.
In der Tat wird das Urbanauten-Projekt von der Theaterjury der Landeshauptstadt München gefördert – auch gerade wegen seines „performativen und gesellschaftskritischen Charakters“. „Die Förderung durch die Stadt ist allerdings kein Freibrief. Die Spielregeln müssen eingehalten werden“, sagt Jennifer Kozarevic, Sprecherin des Kulturreferats.
Ob die Spielregeln verletzt wurden, muss jetzt vermutlich ein Gericht klären. „Ich kann die Polizei nicht verstehen“, sagt David. „Wir haben extra nur bei Rot abgesperrt.“ Die meisten Autofahrer hätten amüsiert reagiert. David: „Bis auf den Einsatzleiter der Polizei hatte sicher jeder einen tollen Abend.“
Dennis Mehmet Yücel
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