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Hygiene-Skandal: CSU fordert Monatzeders Kopf

München - Der Hygiene-Skandal am Städtischen Klinikum ist jetzt auch in der Stadtspitze angekommen. Die CSU fordert den Rücktritt des Aufsichtsratschefs, Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne).

Sichtlich gezeichnet: Hep Monatzeder bei der Pressekonferenz zur Kündigung der Klinik-Leiter. Foto: Oliver Bodmer

Nach harten Tagen der Aufklärung in dem Skandal um dreckiges OP-Besteck schaute Hep Monatzeder am Mittwochabend sichtlich gezeichnet aus, als er mit brüchiger Stimme und leicht reizbar vor der Presse verkündete, dass drei Klinik-Manager gefeuert werden. Eine vertrauensvolle Arbeit sei nicht mehr möglich, sagte Monatzeder. Nun glaubt die CSU ihrerseits, dass dies auch mit Monatzeder nicht mehr geht. Man fordere seinen Rücktritt - als Aufsichtsratschef und als Bürgermeister, erklärte CSU-Fraktionschef Josef Schmid gestern vor der Presse. Sein Vize Hans Podiuk meinte: Die drei geschassten Klinik-Chefs seien „Bauernopfer“ gewesen, „um von den eigentlich Verantwortlichen abzulenken“. Einer ist nach Meinung der CSU Monatzeder.

Doch warum? Die Christsozialen werfen dem Aufsichtsratschef der Städtischen Klinik GmbH vor, nach einer Beschwerde von CSU-Stadtrat Robert Brannekämper über Pflegemängel in Krankenzimmern am Klinikum Bogenhausen nicht auch die Probleme in den Operationssälen entdeckt zu haben. Auch hatte Monatz-eder in einem Interview fälschlicherweise behauptet, bei der Suche nach Geschäftsführern habe sich kein Mediziner beworben. Das war aber der Fall. Einer der drei Mediziner-Kandidaten war ein Vorschlag der CSU. Er forderte aber statt der 150 000 Euro Jahresgehalt, die Geschäftsführer Manfred Greiner schließlich bekam, fast doppelt so viel - nämlich 280 000 Euro.

Zudem wirft die CSU Monatzeder vor, er sei politisch dafür verantwortlich, dass diejenigen Geschäftsführer eingestellt wurden, die hinterher die Hygienemängel in den Krankenhäusern Bogenhausen und Neuperlach über viele Monate verschwiegen hatten. „Das war eine politische Parteibuchentscheidung, diese Herren zu nehmen“, wetterte Schmid.

Monatzeder wies die Rücktrittsforderung zurück. „Ich habe sehr verantwortlich gehandelt, nachdem ich von den Vorfällen erfahren habe“, sagte er. „Ich habe keinen Grund, der Forderung der CSU nachzukommen.“ Es sei absurd, dass er mit seiner Behauptung, es habe sich 2004 kein Mediziner als Geschäftsführer beworben, eine bewusste Täuschung inszenieren wollte. „Das war ein echter Irrtum.“ Auch habe er bei den von der CSU angezeigten Hygieneproblemen „schnell und verantwortungsbewusst gehandelt“.

Unterstützung bekam der Aufsichtsratschef auch von seiner Partei. „Hep Monatzeder hat verantwortlich gehandelt und als Krisenmanager hervorragende Arbeit geleistet“, erklärte Grünen-Fraktionschefin Lydia Dietrich. „Die schnellen fristlosen Kündigungen zeigen deutlich, dass der Vorwurf der Parteibuchwirtschaft ins Leere zielt.“

Im Visier will die CSU auch Gesundheitsreferent Joachim Lorenz (Grüne) und OB Christian Ude (SPD) behalten. Fraktionschef Schmid wies darauf hin, dass sich Ude schon bei der Bestellung von Fuß skeptisch zeigte. „Wenn diese Zweifel schon bestanden - warum hat er dann nicht gehandelt?“, fragte Schmid.

Unterdessen geht die Aufarbeitung des Hygiene-Skandals am Städtischen Klinikum weiter. Nach Informationen unserer Zeitung soll am Montag wohl auch die Beauftragte für das Qualitätsmanagement am Klinikum suspendiert werden. Zudem wird ein Gutachten in Auftrag gegeben, wie mit einer neuen Struktur des Klinikums künftig Fehler vermieden werden. Vermutlich wird die vierköpfige Geschäftsführung auf zwei Mitglieder schrumpfen. Eine Position könnte der nicht gefeuerte Geschäftsführer Franz Hafner einnehmen, die andere womöglich ein Mediziner. Als Interimschefin neben Hafner ist derzeit die Verwaltungsdirektorin vom Krankenhaus Neuperlach, Brigitta Köbach, im Gespräch. Ihr werden in dem Skandal keine Vorwürfe gemacht. Am Montag soll der Aufsichtsrat beschließen.

Was mit den gefeuerten Geschäftsführern passiert, ist noch nicht ganz klar. Das Personalreferat prüft, ob die Stadt Reinhard Fuß weiterbeschäftigen muss. Gleiches tut das Klinikum Neuperlach im Fall von Bruno Wirnitzer. Der Vorsitzende Manfred Greiner wird in den Ruhestand gehen.

Matthias Kristlbauer

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