220.06.10|München|München|13
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München - Zwölf Stunden Dauerbeschallung am Tag machen die Untergiesinger rebellisch: Der Veranstalter des Public Viewing am Candidplatz muss seine Zeltwände schließen.

Muss leiser werden: Das Public Viewing am Candidplatz. rk
Am Candidplatz steht ein Zelt, in dem seit dem 11. Juni alle WM-Spiele übertragen werden. Vielen Anwohnern geht der Public-Viewing-Trubel aber zu weit. Genervt von Lärm und „Wildbieslern“ schrieben einige Beschwerdebriefe oder machten ihrem Ärger im Bezirksausschuss (BA) Untergiesing-Harlaching Luft. Inzwischen hat das Kreisverwaltungsreferat (KVR) dem Veranstalter die gelbe Karte gezeigt. Der Mann sei kooperativ und bemüht, die Situation zu verbessern, so ein Sprecher der städtischen Behörde.
Stefan Bauer arbeitet zwar beim KVR, in den BA kam er jedoch als Vertreter des Verwaltungsbeirats der Eigentümergemeinschaft Birkenleiten und Ludmillastraße. Bereits im Vorfeld hatte er an seine Behörde geschrieben: „Ich bin erschüttert, dass ohne jede Rücksprache und Information der Anwohner einem Wirt ein vierwöchiger Freibrief für tägliche Zwölf-Stunden-Beschallung gegeben wird.“ Auch die Zustimmung des BA „empfinden wir als äußerst gedankenlose Handlung.“ Das Gremium müsse überlegen, ob es weiterhin Veranstaltungen mit Volksfestcharakter direkt vor den Schlafzimmern der Anwohner genehmige. Laut Bauer wurde teils schon ab Mittag das komplette Fernsehprogramm übertragen. Alle vier Seiten des nur 20 Meter von den Wohnungen entfernten Zeltes seien dabei geöffnet gewesen. Für die vielen Besucher gebe es nicht genügend Toilettenwägen.
Christa Knappik (SPD) verwies auf einen BA-Beschluss aus dem Jahr 2009. Damals hatte sich das Gremium einstimmig für eine Nutzung des Candidplatzes als Veranstaltungsgelände ausgesprochen. Klar sei aber auch, dass sich die Organisatoren an die Auflagen halten müssten.
„Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Christopher Habl vom KVR. Der Wirt habe zugesagt, die Zeltwände zu schließen und die Lautsprecher anders auszurichten. Zudem gebe es künftig Lärmmessungen und einen Ansprechpartner für Anwohner.
Brigitta Wenninger
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