Superbanner

Gereizte Stimmung zwischen Stadt München und Kliniken

Gereizte Stimmung zwischen Stadt und Kliniken

München - Die Stimmung zwischen einigen Stadträten und der Geschäftsführung der städtischen Kliniken hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Nach harter Debatte segnete das Plenum  die 100-Millionen-Euro-Hilfe ab. Doch dann kam der Ärger.

Die ehrenamtlichen Stadträte dachten mit der Entscheidung am Mittwoch hätten sie das Schlimmste hinter sich. Dann schlossen sich die Türen zur geheimen Sitzung – und Klinik-Chefin Elizabeth Harrison servierte zur späten Stunde die nächste Überraschung.

Für laufende Bau- und Sanierungsarbeiten braucht sie möglichst schnell einen Kredit über 50 Millionen Euro. Die Kasse der Kliniken ist aber so klamm, dass sie sich kaum noch Geld am freien Markt besorgen kann – und wenn doch, dann nur zu horrenden Zinsen. Deswegen forderte Harrison die Stadt auf, für 42 Millionen Euro zu bürgen.

Für viele Anwesende kam das völlig überraschend. „Das war für uns im Stadtrat bislang kein Thema“, berichtet CSU-Stadträtin Manuela Olhausen. „Und dann bekommen wir das plötzlich so hingeknallt. Da fragt man sich doch: Was kommt denn noch alles?“

Etliche Stadträte reagierten stocksauer. Es ist die Rede von „Salamitaktik“. Auch Kämmerer Ernst Wolowicz erfuhr erst am Mittwochabend von der Bürgschaft. Sofort forderte er entsprechende Unterlagen von den Kliniken. Details seien ihm noch völlig unbekannt, bestätigte Wolowicz gestern. Nach Informationen unserer Zeitung soll das Geld nach Schwabing und Neuperlach fließen, unter anderem um Bettenhäuser zu modernisieren, Brandschutzauflagen zu erfüllen und eine Kernsanierung durchzuführen.

Die 42 Millionen sind allerdings nur der Anfang. Wie berichtet, brauchen die Kliniken in den kommenden Jahren vermutlich rund 703 Millionen Euro für Investitionen. Knapp 200 Millionen müssen sie selbst zahlen. „Für einen sehr großen Teil davon wird die Stadt bürgen müssen“, bestätigt Gesundheitsreferent Joachim Lorenz (Grüne).

Es gibt allerdings Gesetze, die solchen Bürgschaften enge Grenzen setzen. Laut Wolowicz darf die Stadt nur dann bürgen, wenn die Hilfe „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ nicht gebraucht wird. Außer dem Kämmerer muss auch die Regierung von Oberbayern grünes Licht geben. Aufgrund der politischen Dimension des Themas gilt eine Zusage aber als wahrscheinlich. Niemand will zum Totengräber der Klinken werden.

Thomas Schmidt

Rubriklistenbild: © dpa

zurück zur Übersicht: Stadt München

Kommentare

Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.

Karte München StadtMünchen NordMünchen OstMünchen WestMünchen ZentrumMünchen Südzurück zur Region

Wetter für München und Bayern

Berichte im Fokus

  • Meistgelesene Artikel
  • Meistkommentierte
  • Themen

Plötzlich ging nichts mehr: Blackout im Tunnel

München - Blackout im Untergrund: Im Münchner Candid-Tunnel erlebten die Autofahrer am Mittwochabend eine dunkle Überraschung: Durch einen Stromausfall ging in der Röhre nichts mehr.Mehr...

15-Jährige entdeckt Eltern in Swingerclub-Reportage

München - Peinlich, peinlich! Dass ihre Eltern in einen Swingerclub gehen, erfuhr eine 15-jährige Münchnerin aus dem Fernsehen. Jetzt kam es zum Prozess.Mehr...

Verschwundene Mathematik-Diplomarbeit bleibt unauffindbar

München - Die Mathematik-Diplomarbeit bleibt unauffindbar: Die Arbeit eines halben Jahres war sechs Wochen vor dem Abgabetermin Ende März dahin. Bis jetzt hat sich noch kein Finder bei Sebastian J. gemeldet.Mehr...

S-Bahn: Verspätungen bis nach Mitternacht

München - Auf allen S-Bahn-Linien gab es am Freitag größeres Chaos. Schuld war das Salzwasser. Bis nach Mitternacht kam es auf fast allen Linien zu Verspätungen.Mehr...

S-Bahn-Chaos: Wer ist schuld?

München - Der Kurzschluss, der am Freitag die S-Bahn ins Chaos stürzte, könnte noch Folgen haben: Stadt und Bahn weisen sich gegenseitig die Verantwortung zu. Die Bahn prüft, ob es noch mehr gefährdete Stellen im Netz gibt.Mehr...

Bier-Bikes: "Es geht nicht mit rechten Dingen zu"

München - Zwei Unternehmer ziehen vor Gericht, weil ihre „Bier-Bikes“ wegen eines Unterlassungsbescheids nicht mehr rollen dürfen. Die Behörde begründet ihre Entscheidung mit mangelhaften Gutachten. Die Kläger glauben an einen anderen Grund.Mehr...

EHC München

Alle Infos, Nachrichten und Spielberichte zum EHC München auf merkur-online.de.

Unruhe beim EHC wegen Reimer-Gerücht

Unruhe beim EHC wegen Reimer-Gerücht

München - Das Gerücht, Torwart-Ass Jochen Reimer würde überlegen, nach Nürnberg zu wechseln, sorgt beim EHC für Unruhe. Der Keeper dementiert.Mehr...

Nachrichten aus dem Landkreis

Ein Dreivierteltakt mit langer Vergangenheit

Ein Dreivierteltakt mit langer Vergangenheit

Garching - Der Landler ist seit Jahrhunderten schon einer der bekanntesten und beliebtesten Tänze.Mehr...

Zwei Architekten bleiben im Rennen

Kirchheim - Mit großflächigen Balkonen über die gesamte Schulhausfront, gleichzeitig Sonnen- und Fassadenschutz, einer dadurch klaren Fassadengliederung und einem energetisch nachvollziehbaren Konzept überzeugte das Pullacher Architekturbüro Martin&Lechner das Kirchheimer Preisgericht.Mehr...

Aktuelle Videos

Videos werden geladen...0:00
Bild mit Ladehinweis

Weitere Informationen für dieses und andere Videos werden geladen...

Abspielen

Alle Videos

-cQsQSjKe1q6Y14uLo3ivuElQ2zsPqi5W8XyhmnDpmk.http://www.merkur-online.de/media/video/37063960011755456930

Artikel lizenziert durch © merkur-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.merkur-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper