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Es gibt noch Platz auf der Wiesn - Bier wird teurer

Wegen Wirtschaftskrise: Es gibt noch Platz auf der Wiesn

114.05.09|München|München|
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Artikel: Wegen Wirtschaftskrise: Es gibt noch Platz auf der Wiesn

Die Wirtschaftskrise hat auch ihre guten Seiten: Auf einmal gibt’s Platz auf der Wiesn. Weil vereinzelt Firmen ihren Oktoberfest-Besuch absagen, haben Nachrücker jetzt Chance auf einen Platz. Es gibt aber nicht nur Grund zum Jubeln: Die Mass Bier kostet heuer bis zu 8,60 Euro.

Die Mass Bier kostet heuer bis zu 8,60 Euro.

Offiziell will das Tourismusamt zwar erst Ende der Woche die Bierpreise bekannt geben, doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Bier auf der Wiesn bis zu 8,60 Euro kosten wird. Das sind 30 Cent mehr als 2008. In den Vorjahren hatte sich die Erhöhung stets im 40-Cent-Bereich bewegt.

Vergangenes Jahr war erstmals die gefürchtete 8-Euro-Grenze genommen worden, jetzt steht in naher Zukunft bereits die 9-Euro-Hürde an. Nur einmal – im Jahr 2003 – hatten die Wirte eine Nullrunde beim Bierpreis eingelegt. Unsere Grafik zeigt den Vergleich seit dem Zweiten Weltkrieg, wobei die D-Mark-Preise der Übersichtlichkeit halber in Euro umgerechnet wurden.

Die Wirte begründeten den Anstieg mit Preissteigerungen: So verlangten die Brauereien zwischen drei und fünf Prozent mehr fürs Bier. Die Lohnkosten seien außerdem in allen Bereichen um bis zu drei Prozent gestiegen. Hinzu kämen höhere Strompreise und Versicherungssummen.

Unterdessen schäumt der „Verein gegen betrügerisches Einschenken“ wegen der Bierpreiserhöhung und spricht von „Raubrittermethoden“. Präsident Jan-Ulrich Bittlinger wirft den Wirten vor, dass es für die Preiserhöhung keinerlei Rechtfertigung gebe. „Mit ihrer Gier müssen die Wirte schon fast in einem Satz mit Bankern und Börsenspekulanten genannt werden.“

Trotz Wirtschaftskrise ist das Oktoberfest 2009 an den Abenden fast ausgebucht. Allerdings bestätigen die Wirte, dass es heuer „Auffälligkeiten im Buchungsverhalten gibt“. So hätten einige Firmen zunächst gezögert, ihre Reservierung zu bestätigen. Bei Sepp Krätz im Hippodrom waren es vor allem Münchner Unternehmer, die ihre Reservierung absagten. „So ging ein bisserl was für neue Gäste. Jetzt ist aber alles voll.“

Im Weinzelt rechnet man damit, dass es in „zwei bis drei Wochen“ nochmal freie Plätze gibt. Bis dahin müssen die Kunden den Mindestverzehr zahlen. „Sollte kein Zahlungseingang erfolgen, kommen die Plätze erneut auf den Markt“, sagt Wirt Stefan Kuffler. Dass eine Freitag- oder Samstagabend-Reservierung darunter sein wird, damit rechnet der Wirt allerdings nicht. Und alle sind sich einig: Zum Anstich sind die Plätze, wie in den Vorjahren, ausgebucht.

Stephanie Ebner

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