München - Kommunalreferentin Gabriele Friderich hat einen Plan: Das Gelände der maroden Großmarkthalle soll saniert werden. Ihr Konzept gibt Aufschluss über die Finanzierung und zukünftige Nutzung.
Wie berichtet, sind die vier Haupthallen sowie einige der umliegenden Gebäude auf dem 310 000 Quadratmeter großen Marktgelände in Untersendling völlig heruntergekommen und müssen saniert werden. Friderichs Plan sieht nun vor, eine neue Großmarkthalle auf dem Areal zu bauen, noch bevor die maroden Markthallen saniert werden. Denn dann könnten die Händler, die jetzt in den renovierungsbedürftigen Hallen ihre Waren feilbieten, in den Neubau umziehen – und hätten keinen Umsatzausfall während der Sanierung ihrer bisherigen Standorte.
Allerdings sollen nicht alle Hallen renoviert werden, sondern nur die Haupthalle 1, die unter Denkmalschutz steht. Die benachbarten drei Hallen sollen abgerissen und an ihrer Stelle neue Gebäude errichtet werden. In diese und die sanierte historische Halle 1 könnten dann jene Feinkosthändler einziehen, die derzeit noch im ehemaligen Viehhof nördlich der Bahngleise untergebracht sind: „Man muss sich das Konzept als große Umschichtung vorstellen“, erklärt Friderich.
Noch ist unklar, ob sich der Stadtrat am 11. März mit diesem Plan anfreunden wird. Erst wenn er grünes Licht gibt, kann Friderich Planungs- und Baureferat damit beauftragen, die Kosten für Sanierung sowie Neubau genau zu berechnen und den Erlös aus dem Verkauf des Viehhofs zu schätzen.
Ebenso unklar ist, ob und inwieweit sich die 500 Betriebe, die ihren Sitz auf dem Marktgelände haben, an den Kosten beteiligen müssen. Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) hatte im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich gemacht, dass auch die Händler von den Investitionen profitieren würden. Bislang sei man zu sorglos davon ausgegangen, der Steuerzahler werde die gesamten Kosten schultern. Auch Stadtkämmerer Ernst Wolowicz will mit den Firmen über eine Beteiligung an der Finanzierung sprechen: „Die zuletzt von der Stadt verlangten Mieten und Gebühren haben nicht ausgereicht, um Rücklagen für Sanierungsmaßnahmen finanzieren zu können.“
Deshalb denken Friderichs Mitarbeiter über Möglichkeiten der Finanzierung nach. Etwa über die Gründung einer Händler-Genossenschaft, die sich an der Trägerschaft der Hallen beteiligen könnte. „Mir ist wichtig, dass sich der Mittelstand die Mieten noch leisten kann, damit der ursprüngliche Charakter des Marktes erhalten bleibt“, so Friderich.
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