110.12.09|München|München|2
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München - Die Debatte um eine zweite S-Bahn-Stammstrecke sorgt für Krach in der rot-grünen Rathaus-Koalition. Der Grund: Grüne Stadträte äußern massive Zweifel an dem kürzlich von Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) und OB Christian Ude (SPD) vorgestellten Gutachten.
Es hatte ergeben, dass ein zweiter Stammstrecken-Tunnel die bessere Lösung wäre als der Ausbau des Bahn-Südrings.
Es liege der Verdacht nahe, dass der Südring „künstlich teuer gerechnet“ wurde, während für den zweiten Tunnel „Kosten schlichtweg ,vergessen‘“ wurden, teilten die Grünen-Stadträte Sabine Nallinger und Paul Bickelbacher mit. So sei etwa bei Berechnungen zum Südring östlich von Laim ein neuer Tunnel eingeplant worden, obwohl hier bereits schwach ausgelastete Gleise zur Verfügung stünden. In einer Stadtratsanfrage fordern sie Aufklärung zu mehreren Punkten, die ihrer Ansicht nach Ungereimtheiten darstellen. Beim Koalitionspartner SPD sorgt das für Ärger – hatte doch deren Fraktionschef Alexander Reissl alle Tunnelgegner „unmissverständlich“ aufgefordert, das Ergebnis des Gutachtens zu akzeptieren. „Mit „Kopfschütteln und Schulterzucken“ nehme er den Vorstoß der grünen Kollegen zur Kenntnis, sagte Reissl. Wer ernsthaft an einer Lösung für Münchens S-Bahn-Probleme ohne neue Verzögerung interessiert sei, müsse jetzt ja zur Tunnellösung sagen.
jop
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