München - Die Paulaner-Brauerei zeigt sich ob der Absage des beliebten Nockherberg-Doubles von OB Ude ungerührt.

Bei der Paulaner-Brauerei zeigt man angesichts der Absage von Schauspieler Uli Bauer kein Bedauern. Dass das beliebte Double von Christian Ude Anfang März nicht beim Politiker-Derblecken auf dem Nockherberg dabei sein wird, „ist für uns kein großes Thema“, sagt Paulaner-Sprecher Christoph Bohning. „Es ist Sache des Autors, wann er wen anruft.“
Singspiel-Autor Alfons Biedermann hatte sich erst Anfang letzter Woche bei Bauer gemeldet, um ihn zu fragen, ob er auch heuer wieder den Münchner Oberbürgermeister geben wolle. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Schauspieler allerdings bereits seinen Urlaub gebucht und sagte ab (wir berichteten). Bauer, der Ude bereits seit 15 Jahren doublet, betont jedoch: „Vielleicht kommen wir ja nächstes Jahr zusammen – wenn wir uns rechtzeitig anrufen.“
Dieses Signal nimmt die Brauerei zur Kenntnis. Eine grundsätzliche Zusage will Bohning jedoch nicht geben: „Wir beschäftigen uns mit dem diesjährigen Nockherberg.“ Das habe aber nichts mit Bauers Vorwürfen vom letzten Jahr zu tun. Damals hatte er noch als Co-Autor des Singspiels gewirkt und war als solcher zurückgetreten, weil er sich von Paulaner zensiert fühlte. „Wir nehmen da keinen Einfluss. Auch nächstes Jahr wird es die Entscheidung des Autors sein“, sagt Bohning. „Herr Bauer hat sich nicht grundsätzlich rausgekegelt. Schließlich ist er ja auch diesmal kontaktiert worden.“
Dann wird Uli Bauer mit Frau und Tochter auf Sri Lanka im Urlaub weilen. „Dort besuchen wir das Kinderdorf ,Little Smile‘, das mein Schwager Michael Kreitmeir dort aufgebaut hat.“ Seine Ungeduld begründet er unter anderem mit seiner bisherigen Funktion als Autor: „Bei mir war früher immer klar, dass ich auftrete – ich habe meine Rolle ja selbst geschrieben.“
Alle Darsteller, mit denen man spricht, erzählen, sie seien schon recht gespannt gewesen, ob sie auch heuer mit dabei sind. Denn Biedermann hatte angekündigt, mit viel weniger Doubles und politischen Themen auskommen zu wollen. Dafür soll’s mehr neue Technik, mehr Lichtwechsel und Projektionen geben. Zwar hat Biedermann an Bully-Herbig-Filmen wie „Der Schuh des Manitu“ mitgeschrieben. Er betont allerdings, mit Bully oder dessen Kollegen sei auf der Nockherberg-Bühne nicht zu rechnen.
Bei Paulaner heißt es, dass man mit Biedermann zwar in „regem Kontakt“ stehe, diesem aber völlig freie Hand lasse. „Es gab bislang keinerlei Dissonanzen. Uns interessiert, wie’s werden wird. Aber dass ihm etwas vorgeschrieben wird, ist nicht der Fall.“
Johannes Löhr
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