München - Es ist nur ein kleiner Betrag, aber die erste Hochschule in München hat jetzt ihre Studiengebühren gesenkt. Ob sich die anderen Unis der Stadt davon beeindrucken lassen:

© Klaus Haag
Aus Protest gegen die Studiengebühren hielten Münchner Studenten im Herbst über Wochen Hörsäle besetzt.
Ein Besuch im Lieblingsrestaurant, ein großer Blumenstrauß für die Mama oder ein Lehrbuch für die Uni - solche Dinge bekommt man für 35 Euro. Diesen Betrag sparen Studenten der Hochschule München künftig, denn die ehemalige Fachhochschule hat die Studienbeiträge gesenkt - um 35 Euro auf nunmehr 430 Euro pro Semester (wir berichteten).
Gefordert war von Seiten der Studenten allerdings eine Absenkung der Beiträge auf 100 Euro. Dementsprechend verhalten sind die Reaktionen auf die Entscheidung des Senats: „35 Euro sind besser als nichts“, sagt Christian Waldeck, Vorsitzender des studentischen Konvents der Hochschule. „Aber der große Wurf ist das nicht.“ Niemand sei in Freude ausgebrochen, man sehe die Entscheidung aber als Teilerfolg auf dem Weg zur Abschaffung.
Ähnliche Töne schlägt man auch bei der TU an: „35 Euro sind nicht umwerfend, aber es zeigt, dass man nicht aus politischen Gründen an der vollen Höhe festhalten muss“ sagt Julian Esselborn, Vorsitzender des Fachschaftsrats.
Von offizieller Seite heißt es freilich, die Entscheidung der Hochschule habe keinerlei Einfluss auf die Entwicklung an den Universitäten. Ulrich Marsch, Sprecher der TU, wiegelt ab: Das Thema Studienbeiträge werde derzeit nicht diskutiert. Martin Wirsing, Professor an der LMU und Mitglied der Studienbeitragskommission, verweist auf die unterschiedlichen Strukturen von Universität und Hochschule. „Wir entscheiden, was für unsere Uni richtig ist“, betont er. An der LMU sollen Ende Juli Ergebnisse vorliegen, die Evaluation an der TU dauert noch bis Anfang 2011.
Ann-Kathrin Gerke
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