München - Nach dem Hygiene-Skandal an zwei Krankenhäusern sind nun auch Sauberkeitsmängel beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) ans Tageslicht gelangt. Doch wie schlimm waren diese wirklich?

© Schlaf
Umstrittene Einsätze: Die Wiesn-Wache des Roten Kreuzes ist nicht zum ersten Mal in den Schlagzeilen.
Doch warum wurde das Gesundheitsreferat auf die Mängel aufmerksam? Das BRK erklärte, die neue ärztliche Leitung der Wache habe im Rahmen eines Qualitätsmanagementprozesses „von sich aus“ das Gesundheitsreferat um eine Begehung gebeten. Man habe auf diese Weise geltende Hygienestandards prüfen und mögliche Fehlerquellen eliminieren wollen. Die Anfrage an das Gesundheitsreferat sei auch lange vor den Medienberichten über den Hygieneskandal an den Münchner Krankenhäusern erfolgt.
Nach Informationen unserer Zeitung sollen nicht nur rostige Scheren entdeckt worden sein. Auch angebrochene Salben, die nicht gekühlt wurden, habe man gefunden, heißt es. Zudem ist von nicht verpackten Mullbinden und einem unzureichenden Reinigungszustand die Rede. Probleme muss es auch bei der Versorgung mit Sterilgut gegeben haben. Wie gravierend diese waren, ist noch nicht klar.
Trotz der Probleme soll in diesem Jahr das BRK wieder die Versorgung übernehmen. Es hat einen Vertrag mit der Stadt. Die Mängel würden „definitiv abgestellt“, sagte Wirtschaftsreferent Reiter. Dennoch werde man für 2011 die Leistung ausschreiben. Ursache dafür seien auch die Probleme mit dem BRK, die erst im vergangenen Jahr an die Öffentlichkeit gelangt waren. Nach Recherchen unserer Zeitung war herausgekommen, dass auf der Wiesn 2004 in der Sanitätsstation des BRK eine wissenschaftliche Studie an betrunkenen Patienten durchgeführt worden war. Die Helfer vom Roten Kreuz hatten insgesamt 405 Wiesn-Besuchern Blut abgenommen, obwohl diese teilweise gar keine oder betrunken ihre Zustimmung erklärt hatten.
Von Matthias Kristlbauer und Philipp Vetter
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