München - Mit fingierten Vermietungs-Anzeigen im Internet versucht eine Betrügerbande Wohnungssuchende in München auszunehmen. Wer auf den Trick hereinfällt, ist um 1200 Euro ärmer. Die Polizei ist machtlos.

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Luxus mit Schönheitsfehler: Die vermeinliche Traumwohnung gibt es nicht.
Er nennt sich Kevin Carsten, Victor Jacobs, Paul Kenneth, Patrick Stokes oder Paul Stan, um nur einen Teil seiner vielen Identitäten zu erwähnen. Und er bietet an, was nirgendwo in Deutschland so sehnsüchtig gesucht wird wie in München: Eine Luxuswohnung mit traumhaft billiger Miete. Doch der Traum wird schnell zum Albtraum: Hinter den vielen Namen steht eine international agierende Betrügerbande, die aus der Arglosigkeit von Internetnutzern Kapital schlägt.
Der Mail-Kontakt in englischer Sprache läuft stets nach dem gleichen Muster mit vorgefertigten Textbausteinen ab. Zweimal werden die Interessenten hingehalten, dann folgt der Vorschlag, eine Monatsmiete plus Kaution – insgesamt 1200 Euro – mit einem Treuhandservice zu überweisen. Im Gegenzug erhalte man Schlüssel und Mietvertrag. Als Service werden abwechselnd bekannte Unternehmen wie Western Union, aber auch dubiose Firmen genannt, deren Internetseiten teils wenige Wochen später aus dem Netz verschwinden. Der Vorteil für die Betrüger: Anders als bei einer Überweisung ist auf diesem Weg der Geldfluss kaum nachzuverfolgen.
Um die Opfer in Sicherheit zu wiegen, schicken die vermeintlichen Vermieter oft eine Kopie ihres Passes. Doch die Person, die darauf zu sehen ist, gibt es ebensowenig wie die Wohnung. Es handelt sich vermutlich um gestohlene Ausweise, in denen der Name gefälscht ist – und zwar, um Arbeit zu sparen, gleich mehrfach: Patrick Stokes, der gegenwärtig als Vermieter der Wohnung an der Vilshofener Straße auftritt, hat sich anderen Interessenten auch als Peter Stan und Bret Slater ausgewiesen (siehe Fotos).
Das Internet, in dessen Schutz die Täter arbeiten, bietet auch die Möglichkeit, sie schnell zu entlarven. Man muss nur die Namen in eine Suchmaschine eingeben, um in diversen Foren über Betrugs-Warnungen zu stolpern. Doch nicht alle Interessenten schöpfen Verdacht. 40 Anzeigen sind seit Jahresbeginn bei der Münchner Polizei eingegangen, zwei Fälle, in denen die Opfer wirklich Geld überwiesen haben, sind aktenkundig. Und die Polizei geht von einer hohen Dunkelziffer aus: So manches Opfer schäme sich ob der eigenen Gutgläubigkeit und erstatte keine Anzeige.
Trost finden die Geleimten dort, wo sie zum Opfer wurden: Im Internet. So schreibt eine „Vicky“ in einem Forum: „Es ist wirklich schön zu hören/lesen, dass nicht nur ich die einzige war, die auf diesen Betrüger reingefallen ist.“
Von Peter T. Schmidt
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