München - Für Michael "Burder Barnabas" Lerchenberg wird es eng. Auch der Herr über den Nockherberg, der Paulaner-Geschäftsführer Andreas Steinfatt, toleriert den KZ-Vergleich nicht: Ein Interview:

© Marcus Schlaf
Andreas Steinfatt ist Geschäftsführer der Paulaner-Brauerei.
Herr Steinfatt, wie geht es Ihnen nach der harten Kritik an der Fastenpredigt von Michael Lerchenberg?
Der Hauptkritikpunkt ist für uns die Analogie zum KZ. Und wir bedauern es sehr, dass hier in der Fastenpredigt eine Grenze überschritten wurde.
Kannten Sie die Predigt nicht vorher?
Doch, wir haben die Passage auch in der Vorbesprechung als sehr kritisch und grenzwertig empfunden. Wir haben sie aber dann aus Gründen der künstlerischen Freiheit und im Vertrauen auf die Sensibilität der Autoren im Text belassen. Das war eine Fehleinschätzung. Und: In der live vorgetragenen Fastenpredigt wurde der Text noch einmal deutlich gegenüber der Ursprungsfassung verschärft. Das war mit uns nicht abgesprochen und das ist so nicht toleriert. Wir können momentan nur unser Bedauern ausdrücken und uns entschuldigen.
Haben Sie mit Michael Lerchenberg gesprochen?
Er ist unterwegs und unheimlich schwer zu erreichen. Weil er nicht in München ist, haben wir noch keine Zeit gehabt, uns an einen Tisch zu setzen.
Aber es ist noch nicht entschieden, dass das Duo Springer/Lerchenberg nicht mehr antreten kann?
Innenminister Herrmann erwartet von Herrn Lerchenberg eine Entschuldigung bei der Polizei...
Ich kann ihn verstehen. Auch über diese Textstelle haben wir diskutiert und sie war im Vorfeld entschärft worden. Es ist immer eine Gratwanderung zwischen künstlerischer Freiheit und Einflussnahme der Brauerei. Im vergangenen Jahr wurde viel über Zensur von Seiten der Brauerei geschrieben. Jetzt haben wir den umgekehrten Fall.
Waren Sie mit dem neuen Singspiel von Alfons Biedermann zufrieden?
Ja, sehr. Wir wollten ja nach dem Aus des alten Singspiel-Teams eine Veränderung. Das ist uns aus meiner Sicht gelungen. Es war frisch, es war spritzig – und Strauß war brilliant. Ich habe gelesen, dass mancher Dialoge zwischen den Politikern vermisst hat. Wenn man die ganz frühen Singsspiele betrachtet, dann ging es da ums Singen und nicht um Dialoge zwischen Politikern. Dieses Thema hat Alfons Biedermann wieder aufgegriffen und ich finde, er hat das sehr gut umgesetzt und es war eine gute Stimmung im Saal.
Bei der Bußpredigt dagegen war es sehr still.
Das haben wir währenddessen mitbekommen. Ich glaube, das haben alle mitbekommen.
Wird es bei der Abendveranstaltung bleiben?
Wir empfinden das als sehr gut. Es gibt keine Tradition, dass der Nockherberg vormittags stattfinden muss. Und es ist abends viel entspannter!
Interview: Caroline Wörmann
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