München - Seit Donnerstag überwachen Kameras der Polizei den Platz am Sendlinger Tor. Sie sollen die Sicherheitslage verbessern. Unumstritten sind sie aber nicht:

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Ralf Scheck nennt die Videoüberwachung „reine Verdrängungstaktik“. Auch, wenn man noch so viele Kameras installiere, nähmen die Leute weiter Heroin und begingen Verbrechen. „Dann eben woanders.“ Das Suchtproblem solle man besser an der Wurzel beheben.
„Die Szene“, sagt PolizeiSprecher Wenger, dürfe sich nicht an einem Ort verfestigen. Dazu seien neben Streifengängen manchmal Kameras nötig. „Dass es die Szene gibt, ist aber kein polizeiliches, sondern ein gesellschaftliches Problem.“
31 Schilder weisen am Sendlinger-Tor-Platz jetzt darauf hin, dass die Polizei hier filmt. Diese Aufklärung der Bürger fordert der Datenschutz. Rund um die Uhr wird in der Verkehrszentrale der Polizei das Geschehen am Monitor beobachtet. Wenger: „Im Ernstfall reagieren wir mit Personal.“ 21 Tage lang dürfen die Videobilder gespeichert werden, dann werden sie überspielt.
Die CSU-Fraktion im Rathaus begrüßt den Kamera-Aufbau am Sendlinger Tor. Doch es bleibe „unverständlich, dass mit dem Abbau am Orleansplatz die Rückkehr der Verhältnisse vor 2007 riskiert wird“, erklärt Vize-Fraktionschef Hans Podiuk. Die Leitungen am Orleansplatz seien noch da, betont Wenger. Wenn sich die Situation wieder verschärfe, könne die Polizei reagieren. Die Überwachung, glaubt Podiuk, wirke präventiv gegen Straftaten, könne bei der Aufklärung von Delikten hilfreich sein und verstärke das subjektive Sicherheitsgefühl. Letzteres empfindet auch eine junge Mutter so, die mit ihren zwei Kleinkindern am Mittag den Sendlinger-Tor-Platz überquert. „Ich finde die Kameras gut“, sagt sie. „Ich fühle mich sicherer.“
Caroline Wörmann
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