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Kameras am Sendlinger-Tor-Platz: Verbessern sie unsere Sicherheit?

Kameras am Sendlinger-Tor-Platz: Verbessern sie unsere Sicherheit?

München - Seit Donnerstag überwachen Kameras der Polizei den Platz am Sendlinger Tor. Sie sollen die Sicherheitslage verbessern. Unumstritten sind sie aber nicht:

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31 Schilder weisen am Sendlinger Tor darauf hin, dass hier Videoaufnahmen gemacht werden. Fotos: Klaus Haag

Ralf Scheck ist nicht begeistert. Er werde sich einen anderen Platz suchen, um Mittagspause zu machen, sagt der 30-Jährige, der in der Nähe des Sendlinger-Tor-Platzes arbeitet. Seit Donnerstag überwachen drei Video-Augen den Platz. Direkt an der Trambahnhaltestelle, vor der Marienapotheke sowie vorm Kino am Sendlinger Tor hängen an Lichtmasten die wie Straßenlaternen anmutenden Kameras mit 360-Grad-Blick.

„Wir haben kein Interesse, München flächendeckend mit Kameras zu überziehen“, sagt Polizei-Sprecher Wolfgang Wenger. Doch auf dem Platz habe sich die Alkohol- und Drogenszene verfestigt. „Die Sicherheitslage hat sich deutlich verschärft.“ Deshalb seien die Kameras vom Orleansplatz in Haidhausen, wo die Zahl der Straftaten seit Installation der Überwachungsgeräte im Jahr 2007 um mehr als 40 Prozent zurückgegangen sei, in die Innenstadt umgezogen. Der Stadtrat hatte dies im April auf Vorschlag von Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle beschlossen - gegen die Grünen. Nun müsse man abwarten, wie sich die Situation entwickelt, sagt Wenger.

Ralf Scheck nennt die Videoüberwachung „reine Verdrängungstaktik“. Auch, wenn man noch so viele Kameras installiere, nähmen die Leute weiter Heroin und begingen Verbrechen. „Dann eben woanders.“ Das Suchtproblem solle man besser an der Wurzel beheben.

„Die Szene“, sagt PolizeiSprecher Wenger, dürfe sich nicht an einem Ort verfestigen. Dazu seien neben Streifengängen manchmal Kameras nötig. „Dass es die Szene gibt, ist aber kein polizeiliches, sondern ein gesellschaftliches Problem.“

31 Schilder weisen am Sendlinger-Tor-Platz jetzt darauf hin, dass die Polizei hier filmt. Diese Aufklärung der Bürger fordert der Datenschutz. Rund um die Uhr wird in der Verkehrszentrale der Polizei das Geschehen am Monitor beobachtet. Wenger: „Im Ernstfall reagieren wir mit Personal.“ 21 Tage lang dürfen die Videobilder gespeichert werden, dann werden sie überspielt.

Die CSU-Fraktion im Rathaus begrüßt den Kamera-Aufbau am Sendlinger Tor. Doch es bleibe „unverständlich, dass mit dem Abbau am Orleansplatz die Rückkehr der Verhältnisse vor 2007 riskiert wird“, erklärt Vize-Fraktionschef Hans Podiuk. Die Leitungen am Orleansplatz seien noch da, betont Wenger. Wenn sich die Situation wieder verschärfe, könne die Polizei reagieren. Die Überwachung, glaubt Podiuk, wirke präventiv gegen Straftaten, könne bei der Aufklärung von Delikten hilfreich sein und verstärke das subjektive Sicherheitsgefühl. Letzteres empfindet auch eine junge Mutter so, die mit ihren zwei Kleinkindern am Mittag den Sendlinger-Tor-Platz überquert. „Ich finde die Kameras gut“, sagt sie. „Ich fühle mich sicherer.“

Caroline Wörmann

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