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Karstadt am Dom: Der Ausverkauf hat begonnen

Karstadt am Dom: Der Ausverkauf hat begonnen

München - Der Ausverkauf im Karstadt-Haus am Dom hat begonnen. Während der insolvente Konzern und der Betriebsrat fieberhaft über die Zukunft der knapp 100 Mitarbeiter verhandeln, trennt sich das Kaufhaus von seinem Warenbestand.

© Klaus Haak

Mit Rabatten von 30 bis 50 Prozent löst das Karstadt-Haus am Dom seinen Warenbestand auf. Foto: Klaus Haag

Bis zum 31. März müssen die Regale geräumt sein. Dann wird das Haus nach derzeitiger Planung geschlossen.

Die Ausverkaufs-Aktion laufe in Stufen ab und werde bis Mitte März intensiviert, berichtet der stellvertretende Karstadt-Geschäftsführer Alfred Ament. Es begann in der vierten Etage mit Unterhaltungselektronik, und Elektrogeräten, dann kamen Beleuchtung, Kalender und Tischwäsche dazu. Demnächst stehen Kleiderstoffe und Gardinen sowie Wohnaccessoires auf dem Plan. Die Auswahl folgt dem Zeitplan eines gewaltigen Umzuges: Wann immer Waren oder Abteilungen in das Oberpollinger-Haus schräg gegenüber verlagert werden, kommt alles, was im neuen Quartier keinen Platz findet, im Haus am Dom zu Schnäppchenpreisen auf den Ladentisch.

Wie viele Mitarbeiter bei Oberpollinger oder im Sporthaus weiter beschäftigt werden können, stehe noch nicht fest, so Ament. Das hänge von den Verhandlungen über Sozialplan und Interessenausgleich ab. Ende der Woche seien Ergebnisse zu erwarten.

Die Gewerkschaft Verdi hat für die Verhandlungen eine klare Prioritätenliste festgelegt: Vordringlich sei es, so viele Mitarbeiter wie möglich weiter zu beschäftigen, betont Verdi-Einzelhandelsexperte Georg Wäsler. Haus am Dom, Oberpollinger und Sporthaus seien dabei als „ein Betrieb“ zu betrachten. Weil die Zahl möglicher Stellen begrenzt ist, setzt Wäsler große Hoffnungen auf den Sozialplan. Der soll sicherstellen, dass altgediente Mitarbeiter, die auf dem Arbeitsmarkt kaum noch Chancen haben, bleiben dürfen. Für all jene, deren Kündigung unumgänglich ist, hofft Verdi eine Transfergesellschaft durchsetzen zu können. „Für sechs bis neun Monate“, so seine Schätzung, könnten die Menschen in dieser Gesellschaft erwerbstätig bleiben – Zeit, sich auf dem Arbeitsmarkt etwas Neues zu suchen.

Die laufenden Verhandlungen über einen Sozialplan, so Wäsler, hätten verhindert, dass Mitarbeiter noch vor Weihnachten ihre Kündigung erhielten. Doch das sei nur ein Aufschub gewesen: „Ich gehe davon aus, dass die Kündigungen jetzt im Januar rausgehen. Für Personen mit langjähriger Firmenzugehörigkeit bedeute dies einen Kündigungstermin frühestens Ende April.

Unabhängig davon, ob dies die Schließung des Hauses um die eine oder andere Woche verzögern könnte, wie Wäsler mutmaßt, ist der Abriss des 48 Jahre alten Gebäudes längst besiegelt. Die zum Schörghuber-Imperium gehörende Bayerische Bau und Immobilien Gruppe plant auf dem 5000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Neuhauser Straße und Altheimer Eck ein modernes fünfgeschossiges Gebäudeensemble. Noch im Frühjahr 2010 erwartet der Bauherr Ergebnisse eines Architektenwettbewerbs. Noch in diesem Jahr soll der Bau beginnen. Schon für Ende 2013 soll mit Handel, Büros und Wohnungen neues Leben in die Immobilie in bester City-Lage einziehen.

Als Hauptmieter der Verkaufsfläche wird in Fachkreisen die Bekleidungskette Peek & Cloppenburg gehandelt.

Peter T. Schmidt

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