115.01.10|München|München|3
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München - Das bei Nachtschwärmern beliebte „Café King“ schließt Ende des Monats – das Gebäude an der Müllerstraße wird abgerissen.

Nur noch zwei Wochen hat das „Café King“, eine ehemalige Tankstelle an der Müllerstraße, geöffnet. Foto: Klaus Haag
Schlechte Nachricht für Münchens Nachtschwärmer: Das „Café King“ an der Müllerstraße 3 schließt Ende des Monats. Denn das Gebäude, eine ehemalige Tankstelle, soll für die Umgestaltung des alten Heizkraftwerks abgerissen werden.
Garagen-Minimalismus in Weiß, der trotzdem irgendwie gemütlich wirkt: 72 silberne Glühbirnen über der Bar, ein Lichtobjekt mit gelben Neonröhren hinter Milchglas, Holz- und Metallstühle, eine silberne Couch. Dazu veganes Essen und elektronische Musik. Das – und eine mächtige Sonnenterrasse – reichte seit August 2007, um die feiernde Kundschaft glücklich zu machen.
Doch damit ist jetzt Schluss. „Wir haben vor einem guten halben Jahr erfahren, dass das Gebäude abgerissen werden soll“, sagt Sandra Forster, die das „Café King“ gemeinsam mit Michi Kern und 20 Mitarbeitern betreibt. „Natürlich haben wir immer gehofft, dass sich das verzögert. Aber Ende des Monats müssen wir raus.“ Da half es nichts, dass man eigentlich einen Zehnjahresvertrag unterschrieben hatte, denn der Besitzer hatte gewechselt.
Michael Hardi vom Planungsreferat bestätigt, dass für das Gebäude an der Müllerstraße 3 bereits Anträge auf Abriss vorliegen. Betroffen ist neben dem Café auch die „Yoga Loft“, die Kern im Rückgebäude betrieben hat. Sie hat bereits dichtgemacht und eröffnet an diesem Samstag an der nahe gelegenen Buttermelcherstraße 11-15 neu.
Das Gebäude an der Müllerstraße muss wegen der Umgestaltung des alten Heizkraftwerks weichen – das Hochhaus soll künftig unter dem Namen „The Seven“ firmieren. Beim Investor „alpha invest Projekt“ heißt es, alle Gebäude um den Turm würden abgerissen. Dabei handle es sich hauptsächlich um Bauten des Heizkraftwerks – und eben die Müllerstraße 3. Binnen des kommenden halben Jahres soll mit dem Abriss begonnen werden. „An welcher Stelle er beginnt, ist aber noch ungewiss.“ An Ort und Stelle sollen Neubauten für Büros entstehen, die im Erd- und Untergeschoss beherbergen. Im Turm von „The Seven“ werden Luxus-Appartements einziehen.
Neues haben auch Sandra Forster und Michi Kern vor. „Das ,Café King‘ wird’s nicht mehr geben – dazu war die Location zu einzigartig“, sagt Forster. „Aber wir haben schon zwei neue Standorte in der Innenstadt im Auge – und die sind auch ziemlich ungewöhnlich.“ Freilich sei man wehmütig. „Aber man weiß ja nicht, wie’s weitergehen würde. Dann lieber zweieinhalb erfolgreiche Jahre, die den Leuten in Erinnerung bleiben.“
Johannes Löhr
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