München - Die Niederlage war deutlich: Bei der Wahl der Gastgeberstadt für die Winterspiele 2018 erhielt München nur rund ein Viertel der Stimmen. OB Christian Ude ist vor allem enttäuscht, dass das Konzept nicht gewürdigt wurde.

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Die Siegerparty im „Deutschen Haus“ in Durban musste zwar ausfallen, trotzdem ließ sich OB Christian Ude einen Tanz mit einer Mitarbeiterin nicht nehmen.
Herr Ude, hat Sie die Niederlage gegen Pyeongchang arg getroffen?
Das erste Gefühl ist schon Enttäuschung, wobei ich durchaus mit einer Niederlage leben könnte. Das gehört zu einem Wettbewerb. Was mich wirklich umtreibt, ist das schlechte Ergebnis von 25 Stimmen gegenüber 63 für Pyeongchang. Das ist eine verheerende Niederlage. Das empfinde ich als besonders schmerzlich. Unser Konzept der Nachhaltigkeit und die Begeisterung der Sportwelt haben überhaupt keine Rolle gespielt. Das gibt natürlich zu denken und wird bei den in den nächsten Monaten anstehenden Gesprächen, ob man sich erneut bewerben soll, eine große Rolle spielen.
Wollte sich München für 2022 bewerben, müsste das noch in Ihrer Amtszeit in die Wege geleitet werde. Auch wenn Ihr Nachfolger, den es 2014 geben wird, vielleicht gar keine Spiele will...
Das Problem wäre für mich das geringste. Denn alle internationalen Verträge binden auch die Nachfolgeregierungen. Die Frage ist, was sinnvoll und vertretbar erscheint. Und das muss im Lichte des Wahlergebnisses kritisch und sorgfältig geprüft werden.
Die Rathaus-Grünen jedenfalls haben sich schon längst dagegen ausgesprochen.
Vielleicht hätte München beim zweiten Anlauf 2022 mehr Chancen – ohne Pyeongchang?
Grundsätzlich ist sicher richtig, dass der Rivale Pyeongchang jetzt wegfällt. Aber ich denke, dass ein Wahlergebnis von nur 25 Stimmen – das ist weniger als ein Viertel der IOC-Mitglieder – ein deutliches Signal ist, dass München mit allen seinen Angeboten in puncto kultureller Reichtum, historisches Erbe oder Nachhaltigkeit nicht vom IOC gewürdigt wird – und es wäre fahrlässig, sich darüber einfach hinwegzusetzen.
Das klingt nicht so, als ob es zu einer Bewerbung 2022 kommen wird.
Das entscheidet nicht die Stadt München, auch nicht die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen oder Berchtesgaden oder ein stellvertretender Ministerpräsident in Bayern. Wenn überhaupt, wäre hier die volle Übereinstimmung von allen Akteuren erforderlich: Landeshauptstadt München, Garmisch-Partenkirchen, Berchtesgadener Landkreis und DOSB in voller Einmütigkeit sowie Landtag, Bundestag, Bundesregierung und mindestens ein Dutzend Großunternehmen in Deutschland als nationale Förderer. Wenn einer davon ausschert, geht es nicht.
Interview: Matthias Kristlbauer
Das vollständige Interview finden Sie in der Printausgabe des Münchner Merkur.
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