München - Schrecksekunden im Circus Krone: Das Nashorn „Tsavo“ raste am Samstag in der Nachmittagsvorstellung aus der Manege – nur Zentimeter an den Zuschauern in den ersten Reihen vorbei.

© Foto: Circus Krone
Nashorn "Tsavo".
So schildert auch Bianca Voth das Geschehen. Sie saß mit ihrer vierjährigen Tochter in der fünften Reihe. „Ich habe das Gesicht vom Ansager gesehen, als das Nashorn auf ihn zugerannt ist“, erzählt sie. „Der hatte Angst.“ Schon bei der Runde durch die Manege zu Beginn der Nummer habe das Nashorn nervös gewirkt. „Da haben wir schon gedacht: Oh Gott, wie das guckt“, erinnert sich Voth. „Ich habe mich auch gewundert, dass da kein Schutz war, wie es ihn ja zum Beispiel bei den Löwen gibt.“
Auch Martin Luley hatte schon zu Beginn der Nummer den Eindruck, „dass das Tier sich beengt und unsicher fühlt“. Als das Nashorn den Zuschauerraum „mit Karacho“ wieder verlassen hatte, habe der Ansager gebeten, ruhig zu bleiben. „Der hat gesagt, es hätte keine Gefahr bestanden“, sagt Luley. „Das haben wir alle anders gesehen.“ Auch Bianca Voth sagt: „Da war eine gewisse Panik.“ Einige Zuschauer seien nach dem Vorfall gegangen. „Mir kamen die Sekunden vor wie eine Ewigkeit.“ Auch andere Zuschauer schildern die Situation im Internet als bedrohlich.
Beim Circus Krone kann man die Aufregung nicht verstehen. Das Nashorn sei lediglich über die Randbegrenzung gestolpert und habe sich erschreckt, sagt Sprecherin Susanne Matzenau. Nachdem sie zunächst erklärt hatte, niemand habe sich beschwert, räumt sie am Sonntag ein, dass eine Dame die Hälfte des Eintrittspreises zurückverlangt und auch erhalten habe.
Philipp Vetter
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