München - Die Aufräumarbeiten nach dem Rohrbruch gehen weiter. Die Schäden gehen jeweils in die Hunderttausende.

„Alles muss raus“: Ken Koch, der Besitzer des Clubs „New York“, Sonnenstraße 25. rk
Überflutete Keller, beschädigte Geräte, durchnässte Ware und fassungslose Ladenbesitzer - so sah die Lage am Anfang dieser Woche an der Sonnenstraße 23 bis 27 aus. Nach einem Rohrbruch stand die Münchner Innenstadt in der Nacht zum Montag kurzzeitig unter Wasser. Inzwischen haben die Besitzer der betroffenen Läden einen Überblick über das Ausmaß ihrer persönlichen Katastrophe gewonnen.
„Das Gesamtbild wird langsam etwas klarer“ meint Ken Koch, der Besitzer des Nachtclubs „New York“ (Sonnenstraße 25). Er muss mit einem Totalschaden von bis zu 500 000 Euro rechnen. „Die Decke, der Boden, die Belüftungsanlagen - alles muss raus!“, berichtet der 47-Jährige. Nach der Schocknachricht vom Montag hat er sich wieder gefasst und auch schon einen Anwalt eingeschaltet. Denn er ist skeptisch: Im Moment funktioniere die Zusammenarbeit mit der Versicherung sehr gut und ihm werde viel Hilfe zugesichert, sagt er. Doch man wisse ja nicht, wie das Ganze in einem Monat aussehe. Alles in allem wird es wohl noch drei bis vier Monate dauern, bis im „New York“ wieder gefeiert werden kann, schätzt der Clubbesitzer.
Daran arbeitet auch die Bautechnik-Firma Pfeifer mit Hochdruck. Wie Wilhelm Groß, Projektleiter der Baustelle, versichert, sind die Reparaturarbeiten seit Montag in vollem Gange. Seine Angestellten seien Tag und Nacht (dann bei Scheinwerferbeleuchtung) im Einsatz.
Haustechniker Thomas Waltersperger lobt die schnelle Arbeit der Firma Pfeifer. Er könne sich ob der guten Zusammenarbeit nur glücklich schätzen, sagt er. Ähnlich sieht das Rudolf de Baey vom Goethe-Institut an der Sonnenstraße 25. Der Institutsleiter zeigt sich „guter Dinge“ und hofft auf einen Abschluss der Renovierung bis Ende März. „Derzeit sind keine Sprachkurse von den Bauarbeiten beeinflusst“, betont de Baey. Schließlich seien bei ihm ja zum Glück nur einige Kellerräume und das Parterre beschädigt. „Bei anderen Läden sieht es noch schlimmer aus.“ Was die Kostenübernahme für den Schaden angeht, zeigt er sich unbesorgt. Gespräche mit den Versicherungen und Vertretern der Stadtwerke liefen.
Von der Pressestelle der Stadtwerke heißt es zu den Folgen der Überschwemmung: „Die SWM sind um eine rasche Regulierung der Schäden bemüht. Der Gutachter unserer Versicherung kümmert sich bereits darum und ist mit den Betroffenen im Kontakt.“ Über den Gesamtschaden sowie die entgültige Schadensursache ließen sich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch keine genauen Angaben machen.
Natalie Simon
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