München - Der Streit um die Finanzierung der zweiten Stammstrecke sorgt für Spannungen zwischen Schwarz-Gelb in München und Berlin. Doch während Stadt und Staatsregierung weiter am Projekt festhalten, werden die Rufe nach Alternativen lauter.

© Marcus Schlaf
Nächster Halt Endstation: Die offene Finanzierungsfrage könnte die Planungen für die zweite Stammstrecke beenden.
Im Herbst sollen die Finanzverhandlungen mit dem Bund geführt werden. „Sie werden dabei Stadt und Staat Schulter an Schulter erleben“, sagte Ude, der allen Beteiligten riet, „von parteipolitischen Mätzchen“ Abstand zu nehmen. Es gehe nun darum, gemeinsam auf den Bund Druck auszuüben.
Allein auf die Allianz mit dem Freistaat will sich der OB dabei offenbar nicht verlassen: „Ich bastle zur Zeit an einem Bündnis der S-Bahn-Städte mit dem größten Investitionsbedarf, um einen Sondertopf beim Bund zu ermöglichen“, sagte Ude, der auch Präsident des Deutschen Städtetags ist. Er gehe davon aus, dass der neue Topf ein bis zwei Milliarden Euro umfassen müsse.
Während die Regierungen von Stadt und Freistaat weiter um eine Finanzierung der Stammstrecke kämpfen, werden die Rufe nach Alternativlösungen lauter. „Wir stehen vor dem Nichts“, kritisierte die Grünen-Verkehrsexpertin und OB-Bewerberin Sabine Nallinger. „Es wurde nie an einem Plan B gearbeitet, sondern immer alles auf eine Karte gesetzt.“ Ihr Parteikollege Martin Runge, Fraktionschef im Landtag, sagte, das Projekt solle schnellstmöglich beendet werden: „Es ist seit einem Jahrzehnt eine Totgeburt. Und es würde wahrscheinlich noch um viele hundert Millionen Euro teurer werden, als bisher bekannt.“
Aus der Münchner CSU kommt der Ruf nach einem Runden Tisch. Der Landtagsabgeordnete Markus Blume gibt bereits Anregungen für Umplanungen: „Eine reine S-Bahnröhre ohne Regionalzugtauglichkeit und eine isolierte Flughafenanbindung ohne Fernverkehrsperspektive haben offenkundig weder aus Finanzierungssicht noch verkehrlich eine Zukunft.“
Von Mike Schier und Johannes Patzig
Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.