München - Nach langem Streit mit der Stadt verabschiedet sich Lilalu vom Olympiapark. Der neue Ort für das Sommerferienprogramm liegt für die Eltern günstiger, und dem Kinderzirkus kommt es billiger.

Kinderträume will der Zirkus „Lilalu“ erfüllen. Heuer dauert das Sommerfestival erstmals vier Wochen. foto: fkn
Aus einem langen Gebührenstreit mit der Stadt hat der Kinderzirkus „Lilalu“ jetzt die Konsequenzen gezogen. Erstmals findet das Sommerferienprogramm dieses Jahr nicht auf dem Tollwood-Gelände im Süden des Olympiaparks statt, sagte der Lilalu-Vorsitzende Willi Wermelt unserer Zeitung auf Anfrage. Die Zirkuskurse und das Unterhaltungsprogramm drumherum laufen stattdessen vom 1. bis 28. August in Nymphenburg auf dem Sportareal des ESV München. Derzeit handelt Lilalu mit dem Sportverein die genauen Konditionen aus, bestätigte der ESV.
„Das Gelände liegt auch für die Eltern günstiger“, sagte Wermelt. Mehrere Busse halten nahe dem Sportpark des ESV an der Margarethe-Danzi-Straße in Nymphenburg, der Laimer S-Bahnhof ist nah, zudem liegt ein Parkplatz am Gelände. „Und es wird auch von finanziellem Vorteil für uns sein“, so Wermelt - und günstiger. Anstatt wie im vergangenen Jahr 450 000 Euro für das Sommerprogramm auszugeben, peile er heuer gut 100 000 Euro weniger an.
Im vergangenen Juli hatten Stadt und Lilalu sich schon vor Gericht gegenübergestanden: Es ging um 6080 Euro Miete, die das KVR dem Verein für das Sommerprogramm 2009 in Rechnung gestellt hatte. Allerdings nur für den Teil mit Biergarten und Open-Air-Bühne im Olympiapark, den die Stadt als kommerziell betrachtet. Lilalu sieht sich nicht als kommerziell, weil es aus diesen Einnahmen keinen Gewinn erwirtschafte, sondern die Kosten decke. Das Gericht bestätigte die Sicht der Stadt.
„Die Zeltstadt hatte sicher ihren Charme“, sagte Wermelt. „Aber der Olympiapark bot uns einige Nachteile, auch finanzielle.“ Strom musste für viel Geld herbeigeschafft, Toilettenhäusl aufgestellt, Wachleute bestellt und die Zeltabnahme durch die Stadt bezahlt werden. Und die Stadt hatte die Einschränkung verhängt, dass eine Veranstaltung im Olympiapark maximal 24 Tage dauern darf.
Die Kosten dafür will sich der Verein jetzt sparen: Toiletten gibt es beim ESV, das Gelände ist videoüberwacht und durch einen hohen Zaun gesichert. Der ESV erhält von Lilalu eine Miete, die allerdings noch nicht feststeht. Zudem dauert Lilalu erstmals vier Wochen und stellt mit 3000 Workshopplätzen einen neuen Rekord auf.
Abgespeckt wird Lilalu trotzdem. „Wir müssen sparen und das werden wir vor Ort auch.“ Eingespart wird etwa die Open-Air-Bühne beim kostenlosen „Umsonst und Draußen“-Teil von Lilalu, ein Posten von gut 30 000 Euro. Auch gibt es wohl anstatt 14 nur noch sechs Zirkuszelte, die dann auf dem Fußballplatz des ESV stehen. Schließlich können die Kinder auch in der Turnhalle Zirkus-Kunststücke üben.
Kolja Kröger
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