Superbanner

LMU: Studenten geben besetztes Audimax frei

Hängepartie im Hörsaal

München - Die Audimax-Besetzer haben das Friedensangebot der Hochschulleitung nicht angenommen: Sie bleiben im Hörsaal, erklärten sich jedoch bereit, einzelne Vorlesungen stattfinden zu lassen. Uni-Präsident Bernd Huber reicht das nicht. Er denkt nun über eine Räumung nach.

© dpa

Die protestierenden Studenten geben das seit drei Wochen besetzte Auditorium Maximum der Münchner Ludwig- Maximilians-Universität (LMU) frei (Symbolbild).

Das „Plenum“, die explizit basisdemokratische Versammlung derer, die seit drei Wochen das Auditorium Maximum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) besetzen, hat mal wieder bis tief in die Nacht getagt. Am Freitagmorgen tragen viele Studenten tiefe Augenringe in die Uni. Die einen hocken in einer Bank und ratschen, andere schlürfen ihren Kaffee oder tippen lustlos auf ihren Laptops herum. Hinten, im Dunkeln, liegen ein paar Schlafsäcke rum, auf dem Rednerpult stehen Kerzen und leere Bierflaschen, aus den Boxen tönt Rockmusik aus den 60er Jahren. Plötzlich Aufregung: Eine Nachrichtenagentur meldet, die Besetzer würden das Audimax noch heute freiwillig räumen. „Ist das nicht genau das Gegenteil von dem, was wir beschlossen haben?“, fragt einer.

Bilder der Proteste in München

zurück

vor

Eben: Die Studenten ziehen sich vorerst nicht zurück. Vielmehr stellen sie um 10.33 Uhr einen offenen Brief an die Hochschulleitung ins Internet. Darin begrüßen sie zwar den Entschluss von LMU-Präsident Huber, mit ihnen in einen Dialog treten zu wollen. „Aufgrund des Symbolcharakters für den landesweiten Protest“ könnten sie die Besetzung allerdings nicht endgültig aufgegeben – und zwar so lange, „bis eindeutige Zugeständnisse von Seiten der Politik erfolgen“. Zur Entspannung der Lage im LMU-Hauptgebäude bieten die Studenten an, den Audimax ab Montag für sieben der 18 Vorlesungen freizugeben, die jede Woche hier abgehalten werden.

„Wir wollen einen Schritt auf die Hochschulleitung zugehen“, erklärt Besetzerin Roxanne Phillips. Uni-Präsident Bernd Huber bezeichnet das Angebot später jedoch als „völlig inakzeptabel“. Er hatte den Studenten vorgeschlagen, unter anderem über die Höhe der Studiengebühren (500 Euro) und gemeinsame Forderungen an die Regierung zu sprechen – wenn sie das Audimax bis Freitag, 12 Uhr, räumten.

Huber bewertet die nun entstandene Situation als „außerordentlich beunruhigend“. Er erinnert an Sachbeschädigungen, spricht gar von einer „steigenden Gewaltbereitschaft“ unter den Besetzern. „Natürlich sind die Zustände auf Dauer nicht tragbar“, sagt er. „Jetzt müssen wir darüber nachdenken, wie wir die Besetzung beenden können.“ In der Räumung des Audimax durch die Polizei sieht er zumindest eine „Option“.

Dabei zeugen die Briefe zwischen Huber und der Studentenschaft durchaus von Gesprächsbereitschaft. Und so hoffen gerade die Besetzer, dass die Unileitung weiter auf Dialog setzt. „Wir wollen auf jeden Fall verhandeln“, sagt Phillips.

Unterdessen bleiben auch an anderen bayerischen Universitäten die großen Säle besetzt. Die Studenten der Würzburger Julius-Maximilians-Universität wollen ihre Proteste auch über Weihnachten fortsetzen. „Wir werden bleiben“, sagt ein Sprecher. „Es räumt niemand freiwillig.“ Ein Würzburger Uni-Sprecher bestätigt: „Es schläft nach wie vor ein harter Kern da.“ Die Hochschulleitung erwäge bisher nicht, das Audimax räumen zu lassen. Vielmehr habe sie an die Studenten appelliert, den Hörsaal wenigstens für Vorlesungen freizugeben – bisher vergebens.

von Thierry Backes

zurück zur Übersicht: Stadt München

Kommentare

Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.

Karte München StadtMünchen NordMünchen OstMünchen WestMünchen ZentrumMünchen Südzurück zur Region

Wetter für München und Bayern

Berichte im Fokus

  • Meistgelesene Artikel
  • Meistkommentierte
  • Themen

Münchner Bergführer stirbt am Everest

Mount Everest  - Er hatte sich den Spitznamen „Geheimnis-Kletterer“ erstiegen, doch jetzt ist der Münchner Ralf A. (41) tödlich auf dem Mount Everest verunglückt.Mehr...

143 Festnahmen rund ums CL-Finale

München - Das Champions-League-Finale bescherte auch der Münchner Polizei einen ereignisreichen Abend. Insgesamt 143 Menschen wurden festgenommen.Mehr...

Wer für Feuerwehreinsätze zahlen muss

München - Egal, ob es brennt, nach einem Unfall Öl ausläuft oder Nachbars Katze sich im Baum festsitzt: Die Münchner Berufsfeuerwehr hilft. Doch nicht immer hilft sie kostenlos. Wofür muss der Bürger zahlen?Mehr...

Flucht aus dem Schlachthof: Polizist erschießt Stier

München - Ein ausgewachsener Stier ist am Mittwoch aus einem Münchner Schlachthof abgehauen. Das Tier rannte wild und unkontrolliert über das Gelände.Mehr...

Fan-Ansturm: Nachtflugverbot fällt

München - Zehntausende Fußball-Fans werden zum Champions-League-Finale erwartet. Darunter bis zu 25.000 Engländer. Die Polizei bereitet sich intensiv vor, der Flughafen kann den Ansturm nicht alleine bewältigen. Viele Fans werden darum über andere Wege anreisen. Zur Abreise wird das Nachtflugverbot aufgehoben.Mehr...

Kampfansage des FC Bayern: Ganze Stadt in Rot-Weiß

München - Vor dem „Finale dahoam“ startet der FC Bayern eine Kampagne, an der sich möglichst alle Münchner beteiligen sollen. Der Traum: Eine ganze Stadt in Rot-Weiß.Mehr...

EHC München

Alle Infos, Nachrichten und Spielberichte zum EHC München auf merkur-online.de.

EHC München kooperiert mit dem EC Peiting

EHC München kooperiert mit dem EC Peiting

München/Peiting - Die Eishockey-Clubs EHC München und EC Peiting haben sich für die kommende Saison auf eine Kooperation geeinigt. Ex-Nationaltorwart Peppi Heiß soll die Verbindungsfigur zwischen den beiden Klubs sein.Mehr...

Nachrichten aus dem Landkreis

Wunschstandort für ein neues Gymnasium

Wunschstandort für ein neues Gymnasium

Unterföhring - Die FDP-Fraktion im Kreistag bereitet sich auf die Entscheidung vor, ob ein neues Gymnasium für den Landkreis-Norden in Unterföhring oder Ismaning errichtet werden soll.Mehr...

Acht Jahre Knast für Messerattacke

Unterföhring - Ein rumänischer Bauarbeiter (27), der im Februar vergangenen Jahres in einer Gemeinschaftsunterkunft in Unterföhring zwei Landsmänner mit einem Messer verletzt hat, muss wegen versuchten Mordes für acht Jahre hinter Gitter.Mehr...

Nachrichten vom Flughafen München

Flughafen/Startbahn: Abstimmung

Braucht der Flughafen eine 3. Startbahn? Stimmen Sie mit ab!

München - In knapp vier Wochen stimmt München ab: Braucht der Flughafen eine dritte Startbahn? Bürger aus der Region dürfen am 17. Juni nicht mit abstimmen. Wir geben Ihnen Gelegenheit, Ihre Meinung bei unserem großen Online-Voting kundzutun!Mehr...

Aktuelle Videos

Videos werden geladen...0:00
Bild mit Ladehinweis

Weitere Informationen für dieses und andere Videos werden geladen...

Abspielen

Alle Videos

-cQsQSjKe1q6Y14uLo3ivuElQ2zsPqi5W8XyhmnDpmk.http://www.merkur-online.de/media/video/37063960011755456930

Artikel lizenziert durch © merkur-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.merkur-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper