München - Ausgebuchte Hotels, volle Straßen, gut besuchte Bordelle: Die „Bauma“ versetzt die Stadt in den Ausnahmezustand. Doch wirtschaftlich profitiert München von der Baumaschinen-Schau enorm.

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Der größte Reifen der Welt hat einen Durchmesser von über vier Metern und wiegt fünf Tonnen – so viel wie ein ausgewachsener Elefant. Zu sehen ist der Reifen ab Montag auf der Baumaschinenmesse Bauma, zusammen mit dem schwersten Walzenzug und dem größten Muldenkipper. Die Bauma ist schon deshalb ohne Zweifel eine Ausstellung der Superlative. Doch nicht nur das. Mit 555 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche ist sie zugleich die größte Messe der Welt. 3150 Aussteller aus 53 Ländern haben sich angemeldet.
Wie groß der Andrang auf Übernachtungsmöglichkeiten ist, spürt sogar die Umgebung. So sind in Augsburg die Hotels in Bahnhofsnähe seit vergangener Woche komplett ausgebucht. „Ich habe nur noch ein paar einfache Pensionszimmer im Angebot“, sagt Rosemarie Jakob, bei der Regio Augsburg Tourismus GmbH zuständig für die Zimmervermittlung.
Selbst das horizontale Gewerbe in den Bordellen profitiert von der Schau der größten Baugeräte. Bei der Suche nach der Lust helfen regelmäßig die Taxifahrer. „Am meisten geht während der Bauma“, sagte Hans Meißner, der frühere Chef von Taxi München, kürzlich dem SZ Magazin. „Da schmieren die Puff-Wirte die Taxler mit einer Kopfprämie von 80 Euro.“
Auch was den Verkehr auf Straße, Schiene und per Flugzeug angeht, ist die Bauma eine riesige Herausforderung. Um das hohe Reiseaufkommen zu managen, begann bereits vor zwei Jahren ein Arbeitskreis mit den ersten Planungen. 30 zusätzliche Sonderflüge täglich wurden am Airport erwartet. Nach der Sperrung des Luftraums wegen der Aschewolke hat sich die Situation geändert. Nun verlagert sich der Verkehr weiter auf die Straße. Die meisten der europäischen Aussteller seien auf Autos oder Busse umgestiegen, sagt Messe-Chef Klaus Dittrich. Für Standbetreiber, die es nicht rechtzeitig schaffen, springt zunächst Messepersonal ein und nimmt die Fragen der Besucher entgegen. Die Bauma finde aber trotz der Einschränkungen im Luftverkehr wie geplant statt, erklärt Dittrich.
Mit einem ausgeklügelten Verkehrskonzept will die Messe dem Verkehrschaos vorbeugen. Frank Pastior, Chef der Verkehrsleitzentrale auf dem Messegelände, überwacht auf Monitoren sämtliche Zufahrten zum Messegelände. Sogar auf den Autobahnen wurden zusätzliche Videokameras installiert. Über Anzeigetafeln kann Pastior die Autofahrer umleiten. „Aber der Super-Gau tritt ein, wenn eine Störung bei der U-Bahn auftritt.“ Fällt die aus, müssen die Besucher mit S-Bahn und Bussen zum Messegelände umgeleitet werden.
Schließlich reist mehr als die Hälfte der Besucher mit der U 2 zum Riemer Messegelände. Zu Spitzenzeiten, etwa am Samstag, fährt die Linie im 3,5-Minuten-Takt. Im gesamten Münchner U-Bahn-Netz sind dann 504 Wagen gleichzeitig im Einsatz – zur Wiesn-Zeit sind es maximal 490.
Kerstin Lottritz und Matthias Kristlbauer
Öffnungszeiten: 19.- 25. April, Mo-Fr 9.30-18.30 Uhr, Sa 8.30-18.30 Uhr, So 9.30- 16.30 Uhr.
Eintrittspreise: Tag 24 e (ermäßigt 14 e), 3 Tage 49 e , Dauerticket 62 e. Kinder bis 14 frei.
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