München - Die Sportartikel-Messe "ispo" feiert heuer ihren 40. Geburtstag. Bis Mittwoch präsentieren 2045 Aussteller aus 45 Ländern ihre neuesten Produkte vor. Wir stellen die besten Innovationen vor.

Ausgezeichnete Designer: Nicola Winzinger und Maja Feldrappe von dem Label „ZKHT“.
Man muss schon ein sehr motivierter Geher sein, jede Menge Platz und das nötige Kleingeld haben, um sich dieses Ding in sein Wohnzimmer zu pflanzen. Die Holsteiner Firma "Indoor Real Run" verkauft Fitnessgeräte, die Spaziergänge auf Gran Canaria oder in Griechenland simulieren - für 65 000 Euro. Vielleicht muss man dieses Gerät in seiner kompletten Größe gesehen haben, um es sich vorstellen zu können.
Der geneigte Sportler trainiert auf einem Laufband, während auf einer Leinwand vor seiner Nase ein Film von der Straße läuft, auf der er sich gerade bewegt. Geht es dabei in einen Wald, duftet es nach Pinien, spaziert der Läufer am Strand, rauscht das Meer. Das Gerät sei etwas für reiche Scheichs, "die sich wegen der Hitze nicht vor die Haustür wagen - oder für Kreuzfahrtschiffe", sagt der Produktionsleiter von "Indoor Real Run", Torsten Ott.
Einen solchen hat auch das Klamottenlabel "ZKHT" (für "Zuckerhut") erhalten. Die Münchner Designerinnen Maja Feldrappe und Nicola Winzinger entwerfen coole T-Shirts und Accessoires für "Skater" und "Boarder". Der Clou: "Wir machen Unisex-Kleider, deren Motive sowohl bei Jungs als auch bei den Mädels ankommen", sagt Feldrappe. Beliebt ist etwa der "Kapuzenschal" für 29,90 Euro, eine Erfindung der beiden.
Die "Moticon GmbH", ebenfalls aus München, schickt sich derweil an, den Stil von Skifahrern zu verbessern. Geschäftsführer Robert Vilzmann hat eine Sohle für Skischuhe entwickelt, die Druck aufzeichnet. Gerät ein Fahrer zum Beispiel in Rücklage und verlagert sein Gewicht nach hinten, piepst es in seinem Ohr. Die Sohlen sind per Funk mit einem Knopf im Ohr des Fahrers verbunden. Das System soll fortgeschrittenen Sportlern helfen, genauer zu fahren. "Das führt letztlich dazu, dass sie den Berg sicherer hinunterkommen", sagt Vilzmann. "Wer richtig fährt, der kann auch schnell fahren - ohne sich zu übernehmen."
Das Thema Elektromobilität ist auch auf der "ispo" heuer wieder ein großes. Und Stefan Lippert trifft mit seinem "Elmoto" den Puls der Zeit. Er hat ein 45 Stundenkilometer schnelles und 45 Kilogramm schweres Elektro-Moped erfunden, das mit einer Tankfüllung aus der Steckdose immerhin 65 Kilometer weit kommen soll. Die Batterien brauchen vier Stunden, um aufzuladen, das kostet gerade mal 40 Cent. Das "Elmoto" gibt es für 3950 Euro. Es sei "eine echte Option für die Stadt", findet Lippert.
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